24.04.2026 1 Min. Lesezeit
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Zellfabrik für das Immunsystem

Forschende der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH) um Prof. Dr. Nico Lachmann haben eine Methode entwickelt, mit der sich menschliche Immunzellen wie Makrophagen effizient in Bioreaktoren mittlerer Größe herstellen lassen. Ausgangspunkt sind induzierte pluripotente Stammzellen, die sich innerhalb von 14 Tagen zu organoidartigen Zellaggregaten entwickeln und anschließend kontinuierlich Immunzellen freisetzen. Pro Bioreaktor können über einen Zeitraum von zehn Wochen wöchentlich bis zu 40 Millionen Makrophagen gewonnen werden. Die Technik schließt eine Lücke zwischen Labor- und Großproduktion und ist besonders für präklinische Forschung geeignet. Sie eröffnet neue Möglichkeiten für Krankheitsforschung, Medikamententests und zukünftige Therapieansätze. 

Makrophagen spielen eine zentrale Rolle im Immunsystem: Als sogenannte Fresszellen sind sie unverzichtbar für die Abwehr von Krankheitserregern und für die Reparatur von geschädigtem Gewebe. Bei Lebererkrankungen werden Makrophagen bereits klinisch-therapeutisch eingesetzt und darüber hinaus forschen Wissenschaftler*innen an weiteren möglichen Anwendungen – unter anderem für die Therapie von Infektionserkrankungen, Entzündungen, Fibrosen und Krebs sowie von neurodegenerativen Erkrankungen wie Alzheimer. Makrophagen eignen sich außerdem, um Arzneimittel auf Reinheit, Sicherheit und Wirksamkeit zu prüfen.

Bild: unsplash.com – National Institute of Allergy and Infectious Diseases

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