Digitale Landwirtschaft: Wie das Projekt PotatoScan die Kartoffelernte revolutioniert
Neue Podcast-Serie „Zukunft ernten“
Mit der ersten Folge der neuen Podcast-Serie „Zukunft ernten“ von Niedersachsen.next startet eine spannende Reise in die Zukunft der Land- und Forstwirtschaft sowie der Tierhaltung. Im Mittelpunkt steht das Projekt „PotatoScan“, das sich einer zentralen Frage widmet: Wie lässt sich die Größe von Kartoffeln während der Ernte präzise erfassen – und warum ist das wichtig?
Moderatorin Katja Kulke spricht mit drei Projektbeteiligten: Prof. Thomas Linkugel (Hochschule für Angewandte Wissenschaft und Kunst, Göttingen), Anthony Ioan (Mitgründer des Start-ups Koiotech) und Claus Tobaben (Landwirt und Praxispartner). Gemeinsam beleuchten sie die Hintergründe und Ziele des Projekts, das im Rahmen einer EIP-Förderung entwickelt wurde.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Standard. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf den Button unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Weitere InformationenDie Größe der Kartoffeln spielt eine entscheidende Rolle für Verkauf und Planung. Wer frühzeitig weiß, wie viele große oder kleine Knollen geerntet werden, kann Lagerbestände besser kalkulieren und Vermarktungsstrategien optimieren – sei es für Speisekartoffeln, Pommes oder Saatgut. Darüber hinaus eröffnen die Daten neue Möglichkeiten für teilflächenspezifische Aussaat und Düngung, um homogene Ernten zu erzielen.
Bislang war die Größenbestimmung mühsam und ungenau. „PotatoScan“ setzt hier an: Mit berührungsloser Sensorik und KI-gestützter Bildverarbeitung sollen Kartoffeln direkt auf der Erntemaschine vermessen werden. Zwei Ansätze wurden entwickelt und getestet: ein Laserscanner-System sowie eine Kameralösung mit neuronalen Netzen. Beide Verfahren haben ihre Stärken – und könnten künftig optimiert werden, um Genauigkeit und Kosten in Einklang zu bringen.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit als Schlüssel zum Erfolg
Die Feldversuche zeigen: Das System funktioniert und liefert georeferenzierte Karten, die wertvolle Einblicke in die Heterogenität von Ackerflächen geben. Noch ist die Automatisierung der Datenauswertung nicht vollständig, doch die Perspektiven sind vielversprechend. Bis 2026 soll eine optimierte Version entstehen, 2027 ist die Markteinführung geplant.
Die Podcast-Folge verdeutlicht auch, wie wichtig interdisziplinäre Zusammenarbeit ist: Wissenschaft, Wirtschaft und Praxis bringen ihre Expertise zusammen, um Innovationen marktreif zu machen. Für Landwirte wie Claus Tobaben bietet das Projekt die Chance, aktiv an der Entwicklung teilzuhaben und Technik mitzugestalten, die den Alltag erleichtert.
Neben dem Agrarbereich zeigt das Gespräch, wie sich Technologien branchenübergreifend nutzen lassen: Koiotech arbeitet inzwischen auch an Lösungen für die Logistik und konnte beim next Startup Day mit einem KI-System zur Frachtvermessung einen Wettbewerb gewinnen.
Wer erfahren möchte, wie Digitalisierung die Kartoffelernte verändert und welche Potenziale für die Landwirtschaft von morgen entstehen, sollte in die Auftaktfolge von „Zukunft ernten“ reinhören.