Innovationspreis Niedersachsen

Bereits zum 10. Mal verleiht das Niedersachsen.next Innovationsnetzwerk den Innovationspreis Niedersachsen. Gemeinsam mit dem niedersächsischen Wirtschafts- und dem Wissenschaftsministerium suchen wir kreative Ideen, mutige Lösungen und Projekte mit echtem Mehrwert für Wirtschaft und Gesellschaft.

Worum geht es beim Innovationspreis Niedersachsen?

Der Innovationspreis sucht Unternehmen und Konsortien, die eine Technologie (weiter)entwickelt und am Markt etabliert haben, die das Potenzial hat, die Transformation des niedersächsischen Wirtschafts- und Innovationssystems voranzutreiben und langfristig zu prägen. Eine Innovation, die als Wegbereiter für weitere technologische Innovationen in Niedersachsen dienen kann oder das sogar schon tut.

In jeder Kategorie werden die drei spannendsten Bewerbungen nominiert, öffentlichkeitswirksam präsentiert und mit einem hochwertigen Imagefilm ausgezeichnet. Die Sieger*innen jeder Kategorie erhalten zusätzlich ein Preisgeld in Höhe von 20.000 Euro und werden im Rahmen einer feierlichen Abendveranstaltung bekannt gegeben. Die Anmeldung zur diesjährigen Preisverleihung ist ab sofort möglich.

Die Nominierten stehen fest!

Die Jury aus Begutachter*innen der Niedersachsen.next GmbH sowie Mitgliedern des Innovationsnetzwerks hat die knapp 90 Bewerbungen in den Kategorien Schlüsseltechnologien sowie Wissens- und Technologietransfer ausführlich bewertet. Insgesamt sechs Nominierte aus den verschiedensten Regionen Niedersachsens haben Projekte aus Bereichen wie KI, Robotik, Landwirtschaft und Medizin eingereicht. Lesen Sie mehr in der offiziellen Pressemitteilung.

Die Kategorien

Kategorie Schlüsseltechnologien

Preis für herausragende technologische Neuheiten und Weiterentwicklungen

Tiefgreifende Veränderungen bestehender Marktmechanismen, die Kreation neuer Märkte und Wirtschaftszweige sowie der Aufbau neuer Innovationssysteme stellen unsere Wirtschaft vor große Herausforderungen. Schlüsseltechnologien sind zentrale Wegbereiter und Voraussetzung für technologische Innovationen zur Bewältigung dieser schnell voranschreitenden Transformation. Jede dieser Technologien besitzt das Marktpotenzial für unterschiedlichste Wirtschaftszweige und ist in der Lage, die wirtschaftlichen Strukturen nachhaltig zu verändern. In dieser Kategorie werden Unternehmen und Konsortien prämiert, deren Produkte, Prozesse und Verfahren einen wesentlichen Beitrag zur ressourcenschonenden, digitalen und zukunftsfähigen Transformation sowie zur Souveränität des Technologie- und Innovationsstandortes Niedersachsen leisten.

Es werden besonders auch etablierte Unternehmen, die sich den aktuellen transformatorischen Herausforderungen erfolgreich stellen, dazu ermutigt, sich auf den Innovationspreis zu bewerben.

Der Fokus liegt auf Unternehmen und Konsortien mit Innovationen in den folgenden Bereichen:

  • Digitalisierungstechnologien (Mikro-/Nanoelektronik, KI, IoT, Digitale Mobilitätstechnologien)
  • Materialwissenschaften (Neue Werkstoffe, Nanotechnologie)
  • Produktion (Advanced Manufacturing, Photonik, Robotik)
  • Life Sciences (Biotechnologie, Medizintechnik, Technologien für die Bioökonomie)

Die Innovationen müssen eindeutig einer der oben genannten Kategorien zuzuordnen sein. Die entstandenen Produkte oder Dienstleistungen müssen marktreif oder bereits erfolgreich in den Markt eingeführt worden sein. Unternehmensintern eingeführte Prozesse und Verfahren müssen abgeschlossen und implementiert sein.

Nominiert in der Kategorie „Schlüsseltechnologien“

myotwin GmbH: TrinityScreen – Messung der Herzmuskel-Versteifung ohne Eingriff ins lebende Gewebe

Das Göttinger Unternehmen myotwin entwickelt mit TrinityScreen eine innovative Plattform zur Erforschung von Herzkrankheiten. Aus menschlichen Stammzellen gezüchtetes Herzgewebe wird dabei gleichzeitig auf mehr als 50 Funktionen untersucht – erstmals zuverlässig auch auf die Versteifung des Herzmuskels und ohne Eingriff am lebenden Gewebe. So entstehen realitätsnahe Krankheitsmodelle, die neue Ansätze für Therapien ermöglichen. Die aus der Universitätsmedizin Göttingen hervorgegangene Innovation verbindet Stammzelltechnik, Gewebezucht und moderne Messtechnik.

rain2soil GmbH: rainbutler – autonomer Beregnungsroboter für wassereffiziente Landwirtschaft

Mit dem rainbutler entwickelt rain2soil aus Wiefelstede im Landkreis Ammerland einen autonom fahrenden Beregnungsroboter für die Landwirtschaft. Satelliten-Navigation, digitale Einsatzplanung, aktives Schlauchmanagement und bodennahe Niederdruckberegnung ermöglichen eine präzise und ressourcenschonende Bewässerung. Gegenüber herkömmlicher Technik soll der rainbutler bis zu 25 Prozent Wasser, 40 Prozent Energie und 80 Prozent Arbeitszeit einsparen. Damit verbindet die Innovation Robotik und Digitalisierung mit nachhaltiger Landwirtschaft und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit niedersächsischer Agrartechnik.

voraus robotik GmbH: Die Agentic Factory – KI-Agenten für die autonome Selbstoptimierung in der Produktion

Das Projekt „Agentic Factory“ der voraus robotik GmbH aus Hannover bringt KI-Agenten direkt in die industrielle Produktion. Diese analysieren, programmieren und optimieren Fertigungsprozesse eigenständig – zunächst sicher in einem Digitalen Zwilling und anschließend auf der realen Anlage. Die Lösung ist hardware-agnostisch, also unabhängig von bestimmten Hardwareplattformen oder Herstellern. Sie verbindet IT und industrielle Steuerungstechnik und ermöglicht so eine neue Generation selbstoptimierender Fabriken. Pilotprojekte zeigen über 20 Prozent mehr Output bei 80 Prozent weniger Engineering-Aufwand. Die Technologie stärkt Produktivität, Flexibilität und Resilienz der niedersächsischen Industrie.

Kategorie Wissens- und Technologietransfer

Preis für herausragende Formen der Zusammenarbeit zwischen wissenschaftlichen und nichtwissenschaftlichen Akteuren

Der funktionierende Transfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft bzw. Gesellschaft stellt die inhaltliche Grundlage vieler technologischer und sozialer Innovationsprozesse dar und leistet einen zentralen Beitrag zur zukünftigen ökonomischen Wertschöpfung sowie zur Bewältigung aktueller Transformationsherausforderungen. In dieser Kategorie werden Konsortien prämiert, denen es gemeinsam auf beispielhafte Art und Weise gelungen ist, Erkenntnisse aus der Wissenschaft in die Praxis zu überführen, beziehungsweise Impulse, Herausforderungen und Expertise aus der Praxis in die Forschung und Lehre einfließen zu lassen. So tragen alle beteiligten Akteure gemeinsam zur Innovations- und Leistungsfähigkeit bei.

Der Fokus liegt auf den folgenden Transferaktivitäten:

  • Kooperative Forschung und Entwicklung zwischen Hochschulen und/oder wissenschaftlichen Einrichtungen sowie privatwirtschaftlichen Unternehmen und/oder öffentlichen Akteuren
  • Langfristige strategische Allianzen zwischen Hochschulen und/oder wissenschaftlichen Einrichtungen sowie privatwirtschaftlichen Unternehmen und/oder öffentlichen Akteuren, die einen nachhaltigen Austausch von Wissen, Technologien und Erfahrungen ermöglichen.
  • „Transfer über Köpfe“ durch innovative Modelle für Personalaustausch und -vernetzung oder die Aus- und Fortbildung, um gegenseitiges Lernen und Wissenstransfer zu fördern.
  • Kollaborative Innovationsprojekte zwischen wissenschaftlichen Ausgründungen und KMU und/oder öffentlichen Akteuren sowie zwischen Hochschulen und/oder wissenschaftlichen Einrichtungen, bei denen alle Partner aktiv zur Wissensgenerierung und -nutzung beitragen.
  • Gemeinschaftliche Nutzung oder Anschaffung von Forschungsinfrastruktur, um den Zugang zu Ressourcen zu erweitern und interdisziplinären Austausch zu stärken.

Dieser Beitrag kann technologieunabhängig oder in direktem Zusammenhang mit der Entwicklung technologischer Innovationen entstehen. Die Transferergebnisse müssen noch nicht in den Markt eingeführt worden sein.

Nominiert in der Kategorie „Wissens- und Technologietransfer“

Fraunhofer IFAM: Machine Tool Robot – Industrieroboter für die Bearbeitung von Stahl und Großstrukturen

Das Projekt „Machine Tool Robot“ entwickelt einen neuartigen Roboter für die präzise Zerspanung, der die Flexibilität von Robotern mit der Stabilität klassischer Werkzeugmaschinen verbindet. Fraunhofer IFAM aus Stade, Siemens und autonox Robotics entwickeln dafür gemeinsam Mechanik, Antrieb und Steuerung als abgestimmtes Gesamtsystem. Die Technologie reduziert Investitions- und Flächenbedarf, ermöglicht flexible Fertigung auch für KMU und eignet sich besonders für große Bauteile in Schlüsselbranchen wie Luftfahrt, Automobilbau und Schifffahrt.

Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung GmbH: Neue Strategien gegen multiresistente bakterielle Infektionen

Ein neuartiger Wirkstoff des HZI und der Medizinischen Hochschule Hannover MHH bekämpft schwere Infektionen mit dem Krankenhauskeim Staphylococcus aureus, indem er dessen Virulenzfaktor α-Toxin blockiert, statt die Bakterien abzutöten. Dadurch können Resistenzentwicklung und Belastungen des Mikrobioms des erkrankten Menschen reduziert werden. Die enge Verbindung von Wirkstoffforschung und klinischer Expertise schafft die Grundlage für eine schnelle Überführung in die Anwendung. Der Ansatz eröffnet neue Perspektiven für die Behandlung und Prävention schwerer Infektionen und stärkt Niedersachsens Biotech-Standort.

NanoXion: 3D-gedruckte Nano-Metallverbindungen für Halbleiter, Medizin und Quantenforschung

NanoXion entwickelt an der Universität Oldenburg ein neuartiges elektrochemisches 3D-Druckverfahren für hochpräzise Metallverbindungen im Nanometerbereich. Die Technologie ermöglicht extrem kleine und leitfähige Strukturen aus Metallen wie Kupfer, Gold oder Platin – unter Normalbedingungen und ohne aufwendige Nachbearbeitung. Gemeinsam mit Forschung und Industrie entstehen Anwendungen für Halbleiter, Quantenforschung und Medizintechnik. Als geplante Ausgründung schafft NanoXion die Grundlage für neue industrielle Wertschöpfung und stärkt Niedersachsen als Standort für Deep-Tech-Innovationen.

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