SPRIND Challenge „Recoding Medicine“: Gesundheitsdaten für KI-Innovationen nutzbar machen
Europäische Gesundheits- und Forschungseinrichtungen verfügen über Gesundheitsdaten von besonderer Detailtiefe, dazu zählen umfangreiche Bildgebungsarchive, klinische Register und longitudinale Kohortenstudien. Damit ist grundsätzlich das Rohmaterial vorhanden, das benötigt wird, um mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) medizinische Sprunginnovationen zu ermöglichen. Dennoch bleibt ein großer Teil dieses Potenzials bislang ungenutzt.
Wertvolle Daten treffen auf fehlenden Zugang
Forscher*innen verfügen zwar über die erforderlichen Methoden und technologischen Möglichkeiten, haben jedoch oftmals keinen Zugang zu den relevanten Gesundheitsdaten. Gleichzeitig besitzen Institutionen wertvolle Datensätze, verfügen jedoch oft weder über die notwendigen Ressourcen noch über ausreichende Anreize, diese für die Forschung bereitzustellen.
Zwar existieren bereits verschiedene Initiativen, die diese Lücke adressieren, doch können sie bislang nur einen Teil des vorhandenen Potenzials erschließen. Es fehlt ein Instrument, das die Erstellung und Pflege hochwertiger Gesundheitsdatensätze sowie die Entwicklung von KI-Anwendungen und Benchmarks gezielt vorantreibt und gleichzeitig deren konkreten wirtschaftlichen Nutzen sichtbar und messbar macht.
SPRIND startet Challenge „Recoding Medicine“
Genau hier setzt die Challenge „Recoding Medicine“ der SPRIND – Bundesagentur für Sprunginnovationen an. Gesucht werden mutige und innovative Teams, die mindestens einen einzigartigen Datensatz mit hoher klinischer oder gesellschaftlicher Relevanz kuratieren und darauf aufbauend mindestens eine konkrete KI-Anwendung entwickeln. Denkbare Einsatzfelder reichen von Biomarker-Entwicklung und Diagnostik über klinische Entscheidungsunterstützung bis hin zum Drug Repurposing. Datenschutz, Datensouveränität und die Einhaltung geltender rechtlicher Vorgaben bilden dabei zentrale Rahmenbedingungen. Ziel der Challenge ist es, das enorme Innovationspotenzial europäischer Gesundheitsdaten für die Medizin von morgen nutzbar zu machen.
Förderung über drei Stufen
Die Challenge ist auf 24 Monate angelegt und gliedert sich in drei aufeinander aufbauende Stufen:
- Stufe 1 (12 Monate): Bis zu 13 Teams erhalten jeweils bis zu 480.000 Euro Förderung.
- Stufe 2 (6 Monate): Bis zu 7 Teams qualifizieren sich für die nächste Runde und erhalten jeweils bis zu 455.000 Euro.
- Stufe 3 (6 Monate): Bis zu 4 Teams erreichen die Finalphase und werden mit jeweils bis zu 550.000 Euro unterstützt.
Darüber hinaus erhalten vielversprechende Teams Unterstützung über die finanzielle Förderung hinaus. So bietet SPRIND technisches, regulatorisches und kommerzielles Coaching an und ermöglicht den Zugang zu Expert*innen sowie zu potenziellen Kooperationspartner*innen.
Bewerbung bis Oktober möglich
Interessierte Teams können sich noch bis zum 16. Oktober 2026, 18:00 Uhr, für die Challenge bewerben.
Wer sich zunächst näher über die Ausschreibung informieren oder offene Fragen klären möchte, hat außerdem die Möglichkeit, an einem Webinar teilzunehmen. Dieses findet am 20. August 2026 von 15:00 bis 16:30 Uhr statt.