Projekt ExTENd: Neue Digitalplattform zu Forschungsinfrastruktur und Expertise in Niedersachsen startet
Den Zugang zu wissenschaftlicher Expertise, spezialisierten Molekular-Analyse-Technologien sowie Biobanken erleichtern und standortübergreifend eine unkomplizierte Zusammenarbeit ermöglichen: Das ist das Ziel von ExTENd. Die zentrale digitale Plattform wird aus der Translationsallianz in Niedersachsen (TRAIN) heraus entwickelt. Beteiligt sind die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und das Leibniz-Institut DSMZ – Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH (DSMZ) in Zusammenarbeit mit Niedersachsen.next BioRegioN.
Moderne biomedizinische und translationale Forschung ist zunehmend auf komplexe Technologien, leistungsfähige Dateninfrastrukturen und interdisziplinäre Zusammenarbeit angewiesen. Gleichzeitig sind spezialisierte Infrastrukturen und Kompetenzen häufig über verschiedene Forschungseinrichtungen verteilt und damit nicht allen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern einer Region gleichermaßen zugänglich. Hier setzt „ExTENd – Expertise & Technology Exchange Niedersachsen“ an: Das Projekt soll eine zentrale digitale Plattform aufbauen, die die Suche nach passenden Technologien und Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartnern erleichtert und standortübergreifende Kooperationen fördert.
Starke Partner für eine gemeinsame Forschungsplattform
ExTENd entsteht aus dem Netzwerk der Translationsallianz in Niedersachsen (TRAIN). Verbundpartner des Projekts sind die Medizinische Hochschule Hannover (MHH), die Universitätsmedizin Göttingen (UMG) und das Leibniz-Institut DSMZ – Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH. Niedersachsen.next BioRegioN unterstützt das Vorhaben als technischer und innovationsbezogener Partner mit Blick auf digitale Plattformstrukturen sowie die Anbindung an das niedersächsische Innovationsökosystem über die Plattform innomatch.
Die Projektlaufzeit erstreckt sich von September 2026 bis August 2029.
Zugang zu Ressourcen vereinfachen und Kooperationen stärken
Die neue Plattform soll den Zugang zu vorhandenen Ressourcen erleichtern, deren Sichtbarkeit erhöhen und die Zusammenarbeit zwischen Forschungseinrichtungen, Technologieplattformen und weiteren Innovationsakteuren stärken. Zu diesem Zweck werden organisatorische und rechtliche Grundlagen für transparente Zugangswege sowie eine institutionsübergreifende Nutzung von Forschungsinfrastrukturen entwickelt.
Perspektivisch ist auch eine Nutzung durch Startups sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU) vorgesehen.
Fokus auf Omics-Technologien und Biobanken
In einer ersten Pilotphase konzentriert sich ExTENd auf Omics-Technologien wie Genomik, Transkriptomik, Proteomik, Metabolomik sowie auf Biobanken. Die Plattform soll nicht nur Geräte, Software und Dienstleistungen sichtbar machen, sondern auch das damit verbundene methodische und wissenschaftliche Know-how erfassen.
Damit geht das Projekt bewusst über die reine Darstellung von Forschungsgeräten hinaus. Ziel ist es, Expertise, Technologien und institutionelle Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner auf einer zentralen digitalen Plattform zusammenzuführen und so bessere Voraussetzungen für interdisziplinäre und translationale Forschung zu schaffen.
Effizientere Nutzung vorhandener Infrastruktur
Ein weiterer Schwerpunkt des Projekts ist die effizientere Nutzung bestehender Ressourcen. Durch mehr Transparenz über vorhandene Infrastruktur und Kompetenzen können Doppelanschaffungen reduziert, Auslastungen verbessert und öffentliche Investitionen nachhaltiger eingesetzt werden.
Gleichzeitig stärkt ExTENd die Sichtbarkeit Niedersachsens als Forschungsstandort und soll dazu beitragen, exzellente Rahmenbedingungen für Wissenschaft, Innovation und Technologietransfer weiter auszubauen.
Stimmen zum Projekt
„Mit ExTENd schaffen wir eine gemeinsame, institutionenübergreifende Struktur, die Forschungsinfrastruktur und wissenschaftliche Expertise in Niedersachsen besser sichtbar und zugänglich macht. Das erleichtert nicht nur den Zugang zu Technologien, sondern stärkt auch die Zusammenarbeit über Standorte und Disziplinen hinweg.“
– Dr. Sara Haag, Geschäftsstellenleiterin der Translationsallianz in Niedersachsen (TRAIN)
„Die Plattform kann einen wichtigen Beitrag dazu leisten, vorhandene Ressourcen effizienter zu nutzen und translationale Forschung gezielt zu unterstützen. Indem ExTENd Expertise, Technologien und Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner zusammenführt, entstehen neue Möglichkeiten für wissenschaftliche Kooperation und Innovation.“
– Prof. Dr. Thomas Illig, Direktor und wissenschaftlicher Leiter der Hannover Unified Biobank (HUB) an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH)
Förderung und langfristige Perspektive
Ein wesentlicher Bestandteil des Vorhabens ist die Einbettung in die bestehenden niedersächsischen Wissenschafts- und Innovationsstrukturen. Das Projekt wird durch das Förderprogramm zukunft.niedersachsen mit rund 800.000 Euro unterstützt. Zukunft.niedersachsen ist ein gemeinsames Förderprogramm des Niedersächsischen Ministeriums für Wissenschaft und Kultur (MWK) und der VolkswagenStiftung.
Langfristig ist ExTENd skalierbar angelegt. Nach dem Start im Omics-Bereich soll die Plattform schrittweise auf weitere Technologiefelder ausgeweitet werden. So kann ein zukunftsfähiges, modulares Ökosystem für Forschungsinfrastrukturen entstehen, das Wissenschaft und Anwendung in Niedersachsen nachhaltig miteinander verbindet.
Über die beteiligten Institutionen
ExTENd wird im Rahmen der Translationsallianz in Niedersachsen (TRAIN) und ihrer Themengruppe TRAIN Omics entwickelt. TRAIN, vertreten durch Dr. Sara Haag, bildet den übergeordneten Netzwerkrahmen für translationale Gesundheitsforschung in Niedersachsen. TRAIN Omics bringt die fachliche Vernetzung von Omics-Technologieplattformen, Bioinformatik, Datenanalyse und Datenmanagement ein.
Die Verbundpartner Medizinische Hochschule Hannover (MHH) (Prof. Dr. Thomas Illig), Universitätsmedizin Göttingen (UMG) (Prof. Dr. Bernd Wollnik) und das Leibniz-Institut DSMZ – Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen GmbH (Prof. Dr. Meina Neumann-Schaal) bringen ihre wissenschaftliche und infrastrukturelle Expertise in den Bereichen Omics-Technologien, Datenanalyse und Forschungsservices ein.
Niedersachsen.next BioRegioN (Dr. Lena Oesterlin-Meret) unterstützt das Vorhaben mit seiner Erfahrung in den Bereichen digitale Plattformentwicklung, Innovationsförderung sowie der Vernetzung von Wissenschaft, Transferstellen und Wirtschaft.