Großartige Ideen fürs Land: Diese sechs Innovationen sind für den Innovationspreis Niedersachsen 2026 nominiert
Hannover, 01.09.2026 – Niedersachsen ist Innovationsland. Das zeigen die sechs Projekte, die für den Innovationspreis Niedersachsen 2026 nominiert wurden. Aus mehr als 80 Bewerbungen hat die Jury die vielversprechendsten Entwicklungen und Transferprojekte ausgewählt. Sie kommen aus den Bereichen Medizin, Robotik, Künstliche Intelligenz und Nanotechnologie und stehen für Lösungen, die die Zukunft von Wirtschaft und Gesellschaft mitgestalten.
Es ist ein besonderes Jahr für den Innovationspreis: Die Auszeichnung wird 2026 bereits zum zehnten Mal verliehen. Passend zum neuen Landesmotto „Niedersachsen. Das ist groß.“ rücken damit nicht nur aktuelle Spitzenleistungen in den Mittelpunkt, sondern auch zehn Jahre niedersächsische Innovationsgeschichte.
„Wer wissen möchte, woran die Zukunft gerade arbeitet, findet die Antwort bei unseren Nominierten“, sagt Hannes Putfarken, Geschäftsstellenleiter des Niedersachsen.next Innovationsnetzwerks. „Die Projekte zeigen eindrucksvoll, wie groß die Innovationskraft in Niedersachsen ist: von lebensrettenden medizinischen Anwendungen über intelligente Robotik bis hin zu wegweisenden Entwicklungen in KI und Nanotechnologie. Zum 10. Innovationspreis feiern wir nicht nur ein Jubiläum, sondern vor allem die Menschen, Ideen und Netzwerke, die Niedersachsen als Innovationsstandort stark machen.“
Vergeben wird der Innovationspreis Niedersachsen in den Kategorien „Schlüsseltechnologien“ sowie „Wissens- und Technologietransfer“. Die Jury, bestehend aus Expertinnen und Experten von Niedersachsen.next sowie Vorstandsmitgliedern des Niedersachsen.next Innovationsnetzwerks, wählte die Nominierten in einem mehrstufigen Verfahren aus.
Preisverleihung am 3. November
Alle Nominierten erhalten einen professionellen Imagefilm, der sie dabei unterstützt, ihre Innovationen einer breiteren Öffentlichkeit vorzustellen. Die Gewinnerinnen und Gewinner der beiden Kategorien werden bei der feierlichen Preisverleihung am 3. November 2026 in Hannover bekannt gegeben. Insgesamt ist der Innovationspreis mit 20.000 Euro Preisgeld je Kategorie dotiert.
Das zehnjährige Jubiläum bietet zudem Gelegenheit für einen Blick zurück: Seit 2017 wurden zahlreiche Innovationen ausgezeichnet, die heute erfolgreich am Markt etabliert sind oder wichtige Impulse für Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft gesetzt haben.
Hintergrund
Der Innovationspreis Niedersachsen wird seit 2017 in seiner jetzigen Form vom Niedersachsen.next Innovationsnetzwerk vergeben. Ausgezeichnet werden zukunftsweisende technologische Entwicklungen sowie Projekte, die den Wissens- und Technologietransfer zwischen Wissenschaft und Wirtschaft erfolgreich voranbringen. Schirmherren sind der Niedersächsische Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, Grant Hendrik Tonne, sowie der Niedersächsische Minister für Wissenschaft und Kultur, Falko Mohrs.
Das Niedersachsen.next Innovationsnetzwerk vereint über 280 Akteurinnen und Akteure aus der Innovationsförderung in Niedersachsen und die Vernetzung innerhalb des niedersächsischen Innovationsökosytems.
Die Nominierten 2026 in der Kategorie „Schlüsseltechnologien“
TrinityScreen – Messung der Herzmuskel-Versteifung ohne Eingriff ins lebende Gewebe
Das Göttinger Unternehmen myotwin entwickelt mit „TrinityScreen” eine innovative Plattform zur Erforschung von Herzkrankheiten. Aus menschlichen Stammzellen gezüchtetes Herzgewebe wird dabei gleichzeitig auf mehr als 50 Funktionen untersucht – erstmals zuverlässig auch auf die Versteifung des Herzmuskels und ohne Eingriff am lebenden Gewebe. So entstehen realitätsnahe Krankheitsmodelle, die neue Ansätze für Therapien ermöglichen. Die aus der Universitätsmedizin Göttingen hervorgegangene Innovation verbindet Stammzelltechnik, Gewebezucht und moderne Messtechnik.
rainbutler – autonomer Beregnungsroboter für wassereffiziente Landwirtschaft
Mit dem „rainbutler” entwickelt rain2soil aus Wiefelstede im Landkreis Ammerland einen autonom fahrenden Beregnungsroboter für die Landwirtschaft. Satelliten-Navigation, digitale Einsatzplanung, aktives Schlauchmanagement und bodennahe Niederdruckberegnung ermöglichen eine präzise und ressourcenschonende Bewässerung. Gegenüber herkömmlicher Technik soll der rainbutler bis zu 25 Prozent Wasser, 40 Prozent Energie und 80 Prozent Arbeitszeit einsparen. Damit verbindet die Innovation Robotik und Digitalisierung mit nachhaltiger Landwirtschaft und stärkt die Wettbewerbsfähigkeit niedersächsischer Agrartechnik.
Die Agentic Factory – KI-Agenten für die autonome Selbstoptimierung in der Produktion
Das Projekt „Agentic Factory“ der voraus robotik GmbH aus Hannover bringt KI-Agenten direkt in die industrielle Produktion. Diese analysieren, programmieren und optimieren Fertigungsprozesse eigenständig – zunächst sicher in einem Digitalen Zwilling und anschließend auf der realen Anlage. Die Lösung ist hardware-agnostisch, also unabhängig von bestimmten Hardwareplattformen oder Herstellern. Sie verbindet IT und industrielle Steuerungstechnik und ermöglicht so eine neue Generation selbstoptimierender Fabriken. Pilotprojekte zeigen über 20 Prozent mehr Output bei 80 Prozent weniger Engineering-Aufwand. Die Technologie stärkt Produktivität, Flexibilität und Resilienz der niedersächsischen Industrie.
Die Nominierten 2026 in der Kategorie „Wissens- und Technologietransfer“
Machine Tool Robot – Industrieroboter für die Bearbeitung von Stahl und Großstrukturen
Das Projekt „Machine Tool Robot“ entwickelt einen neuartigen Roboter für die präzise Zerspanung, der die Flexibilität von Robotern mit der Stabilität klassischer Werkzeugmaschinen verbindet. Fraunhofer IFAM aus Stade, Siemens und autonox Robotics entwickeln dafür gemeinsam Mechanik, Antrieb und Steuerung als abgestimmtes Gesamtsystem. Die Technologie reduziert Investitions- und Flächenbedarf, ermöglicht flexible Fertigung auch für KMU und eignet sich besonders für große Bauteile in Schlüsselbranchen wie Luftfahrt, Automobilbau und Schifffahrt.
Neue Strategien gegen multiresistente bakterielle Infektionen
Ein neuartiger Wirkstoff des Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung (HZI) in Braunschweig und der Medizinischen Hochschule Hannover MHH bekämpft schwere Infektionen mit dem Krankenhauskeim Staphylococcus aureus, indem er dessen Virulenzfaktor α-Toxin blockiert, statt die Bakterien abzutöten. Dadurch können Resistenzentwicklung und Belastungen des Mikrobioms des erkrankten Menschen reduziert werden. Die enge Verbindung von Wirkstoffforschung und klinischer Expertise schafft die Grundlage für eine schnelle Überführung in die Anwendung. Der Ansatz eröffnet neue Perspektiven für die Behandlung und Prävention schwerer Infektionen und stärkt Niedersachsens Biotech-Standort.
3D-gedruckte Nano-Metallverbindungen für Halbleiter, Medizin und Quantenforschung
„NanoXion“ entwickelt an der Universität Oldenburg ein neuartiges elektrochemisches 3D-Druckverfahren für hochpräzise Metallverbindungen im Nanometerbereich. Die Technologie ermöglicht extrem kleine und leitfähige Strukturen aus Metallen wie Kupfer, Gold oder Platin – unter Normalbedingungen und ohne aufwändige Nachbearbeitung. Durch die Zusammenarbeit von Forschung und Industrie entstehen Anwendungen für Halbleiter, Quantenforschung und Medizintechnik. Als geplante Ausgründung schafft NanoXion die Grundlage für neue industrielle Wertschöpfung und stärkt Niedersachsen als Standort für Deep-Tech-Innovationen.



















































