Rückblick: Niedersachsen.next auf der Hannover Messe 2026
Industrie vernetzen, Innovationen voranbringen, Zukunft gestalten
Fünf Tage, unzählige Gespräche, neue Partnerschaften und konkrete Impulse für die Industrie von morgen: Niedersachsen.next hat auf der Hannover Messe 2026 vom 20. bis 24. April 2026 gezeigt, wie Innovationsförderung und niedersächsische Innovationspolitik in der Praxis funktioniert – themenübergreifend, anwendungsnah und mit klarem Blick auf die Herausforderungen des Strukturwandels.
Mit starken Auftritten an den Gemeinschaftständen Niedersachsen Digitalisierung, Energie und Startup, Masterclasses, B2B-Sessions, Side-Events und Workshops präsentierte sich Niedersachsen.next als zentrale Anlaufstelle, um Industrie zu vernetzen, Innovationen voranzubringen und Zukunft zu gestalten.
Auftakt mit Signalwirkung
Der erste Messetag machte deutlich, wohin die Reise geht: Vernetzung, Technologietransfer und konkrete Anwendungen standen im Mittelpunkt der Aktivitäten. Bereits zum Auftakt besuchte Ministerpräsident Olaf Lies den Niedersachsen-Stand Digitalisierung und unterstrich die Bedeutung der Messe als Plattform, um Innovationen sichtbar und erlebbar zu machen.

Am Gemeinschaftsstand Digitalisierung zeigten die ganze Woche über Transferprojekte des Zentrums für digitale Innovationen Niedersachsen (ZDIN) konkrete Lösungen für aktuelle Herausforderungen. Das ZDIN ist seit Anfang des Jahres Teil von Niedersachsen.next. Seine Zukunftslabore bieten Wissenschaft und Wirtschaft eine Plattform für gemeinsame, anwendungsorientierte Forschung. Das wurde auch durch die Showcases deutlich, denen das ZDIN sowie die Digitalagentur – ebenfalls eine Initiative unter dem Dach von Niedersachsen.next – eine Plattform boten: So sensibilisierte etwa das intelligente Sensor-Shirt „rectify“ der MinkTec GmbH aus Braunschweig für die Bedeutung ergonomischer Bewegungen – sowohl in der Pflege als auch am Arbeitsplatz. Digitale Anwendungen wie die Bewässerungs-App „DIRRIGENT“ verdeutlichten, wie datenbasierte Systeme in der Landwirtschaft zu mehr Effizienz und Ressourcenschonung beitragen können. Die KI-gestützte App von Pixel Edge wiederum erleichtert Warenein- und -ausgänge in Handel und Logistik – automatisiert und mit deutlich reduzierten Fehlerquoten.
Außerdem lud das Niedersachsen.next Innovationsnetzwerk am Messemontag zur Mitgliederversammlung. Mitglieder, Vorstand und Geschäftsstelle kamen im Convention Center auf der Hannover Messe zusammen, um aktuelle Entwicklungen zu diskutieren, Impulse zu setzen und den persönlichen Austausch zu stärken. Beim abschließenden Speed-Networking entstanden zahlreiche neue Kontakte und Ideen für die künftige Zusammenarbeit.
Wasserstoff, Datenräume und neue Allianzen
Parallel dazu nahm auch der Niedersachsen.next Fachbereich Energie Fahrt auf: Beim internationalen Austausch wurden zentrale Zukunftsthemen wie Wasserstoff und globale Energiekooperationen adressiert. Bei insgesamt drei Energie-Pitch-Sessions gaben sich 18 Akteur*innen zu den Themen Wasserstoff & Dekarbonisierung, Net Zero Valley Niedersachsen sowie Integration erneuerbarer Energien & Energiesysteme die Klinke in die Hand. Hier stand insbesondere die Frage im Fokus, wie Wasserstoff wirtschaftlich und skalierbar und so eine Schlüsseltechnologie für eine klimaneutrale Industrie werden kann. Weitere Schwerpunkte in Sachen Wasserstoff und zukunftsweisende Batterie-Wertschöpfungsketten wurden am Messemittwoch bei dem Batterie-Event INNO-HyBat: Battery and Hydrogen Technologies gesetzt, das vom Transformations-Hub Wertschöpfungskette Batterie (TraWeBa) sowie vom Niedersachsen.next Fachbereich Energie mit organisiert und unterstützt wurde.

Zur Sprache kamen zentrale Zukunftsthemen wie Energiespeicherung und globale Energiekooperationen. Zudem wurden Einblicke in die in die Batterie-Wertschöpfungskette des diesjährigen Hannover-Messe-Partnerlands Brasilien gegeben. Das zentrale Fazit: Wasserstoff ist längst kein isoliertes Thema mehr. Erst im Zusammenspiel mit Infrastruktur, Digitalisierung und industriellen sowie internationalen Prozessen entsteht ein tragfähiges System. Entscheidend ist dabei, Akteur*innen frühzeitig zu vernetzen und wirtschaftliche Realitäten von Beginn an mitzudenken.
Gleichzeitig zeigte sich auch in anderen Branchen, wie sehr sich die Industrie im Wandel befindet: Erstmals wurde auf der Hannover Messe der Dialog zwischen klassischer Industrie und Verteidigungsindustrie intensiv geführt. Ein Brückenschlag, der noch vor wenigen Jahren kaum denkbar gewesen wäre, heute jedoch neue Perspektiven für industrielle Wertschöpfung eröffnet. Als strategischer Partner im Rüstungscluster Niedersachsen gestaltete Niedersachsen.next den Austausch intensiv mit.
Digitale Vernetzung trifft Physical AI

Im Rahmen des kompakten Formats “Data Lunch”, veranstaltet vom Projekt SCALE-MX, standen aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze für den effizienten Datenaustausch in der vernetzten Industrie im Mittelpunkt. Diskutiert wurden praxisnahe Strategien für interoperable Systeme, digitale Schnittstellen und den sicheren Austausch von Produktions- und Prozessdaten – zentrale Bausteine für die Industrie 4.0.
Ein weiterer inhaltlicher Impuls kam von der Podiums-Diskussion um sogenannte „Physical AI“, also die Übertragung künstlicher Intelligenz in die physische Welt, etwa durch Robotik. Die Botschaft war klar: Technologische Entwicklung braucht nicht nur Tempo, sondern auch klare Regeln und gesellschaftliche Einordnung.
Politischer Dialog und starke Signale für den Standort
Der vierte Messetag stand für Niedersachsen.next ganz im Zeichen des politischen Austauschs. Zahlreiche Vertreter*innen aus Landespolitik und -verwaltung nutzten die Gelegenheit, sich vor Ort ein Bild von den Innovationen „Made in Niedersachsen“ zu machen. Wirtschaftsminister Grant Hendrik Tonne informierte sich unter anderem über KI-gestützte Materialprüfung, Wasserstoffinfrastruktur und Speichertechnologien. Dabei wurde deutlich, wie breit das Innovationsspektrum niedersächsischer Unternehmen inzwischen aufgestellt ist – von Startups bis hin zur etablierten Industrie. Der Tenor der Gespräche: Innovation braucht nicht nur gute Ideen, sondern auch die richtigen Rahmenbedingungen, um skalieren zu können.
Auch dem Messestand von Niedersachsen.next Startup stattete der Wirtschaftsminister einen Besuch ab und konnte sich in kurzen Pitches selbst von der Innovationskraft der niedersächsischen Startups überzeugen. Ebenfalls interessiert an der Startup-Szene zeigte sich Staatssekretär Joachim Schachner, der einen besonderen Fokus auf Neuausgründungen Niedersächsicher Hochschulen legte. Eine einmalige Gelegenheit der Startups ihre Perspektiven vor Ort einzubringen, Herausforderungen zu adressieren und Impulse für bessere Rahmenbedingungen setzen.
Auch der Wissenstransfer kam am Donnerstag nicht zu kurz: Zwei Masterclasses der Digitalagentur machten die KI-Expertise der Niedersachsen.next Digitalagentur sichtbar. Die Session „KI konkret nutzen – Netzwerke, Förderung und Lösungen für den Mittelstand aus Niedersachsen“ zeigte praxisnah, wie kleine und mittlere Unternehmen Künstliche Intelligenz erfolgreich einsetzen können. In der Masterclass „Innovationskraft entfesseln – Wie Unternehmen die richtigen KI-Ideen erkennen und konsequent umsetzen“ standen die Erfolgsfaktoren datengetriebener Geschäftsmodelle, die strategische Integration von KI in Unternehmensprozesse sowie die Bedeutung interdisziplinärer Zusammenarbeit im Fokus.
Ein Fazit mit Rückenwind
Nach fünf intensiven Messetagen bleibt vor allem eines: das Gefühl, dass Transformation gemeinsam gelingt. Die Hannover Messe 2026 hat einmal mehr gezeigt, wie wichtig Plattformen sind, auf denen Wirtschaft, Wissenschaft, Politik und Startups zusammenkommen.
Und auch wenn die Messe in diesem Jahr etwas kompakter ausfiel, überzeugte sie nach Einschätzung der Niedersachsen.next- Themenmanager*innen durch die hohe Qualität der präsentierten Technologien. Viele davon kamen direkt aus Niedersachsen – ein starkes Signal für die Zukunftsfähigkeit des Standorts, zu der Niedersachsen.next als Innovations- und Wirtschaftsagentur des Landes aktiv beiträgt. Oder, um es mit den Worten von Olaf Lies zu sagen:
“Niedersachsen kann stolz sein auf seine Unternehmen, seine Startups – und auf eine Industrie, die den Wandel gestaltet.”
Weitere Eindrücke von der Hannover Messe 2026
Fotos: Niedersachsen.next / Titelbild: Fairworldwide











