Das Gebäude der Medizinischen Hochschule Hannover von außen.
02.03.2026 3 Min. Lesezeit
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Neue Forschungsdekanin an der MHH: Meike Stiesch will Forschung stärker vernetzen

Die Medizinische Hochschule Hannover (MHH) hat eine neue Forschungsdekanin: Professorin Meike Stiesch übernimmt die zentrale Rolle bei der strategischen Weiterentwicklung der Forschung an der Hochschule. Die Zahnmedizinerin will Innovationen fördern, interdisziplinäre Zusammenarbeit stärken und die internationale Sichtbarkeit der MHH weiter ausbauen.

Schlüsselrolle für Forschung und Strategie

Die Position der Forschungsdekanin hat an der MHH eine zentrale Bedeutung. Sie koordiniert die Zusammenarbeit zwischen Grundlagenforschung und klinischer Forschung und berät Präsidium sowie Senat in wissenschaftlichen Fragen. Zudem leitet sie die Forschungskommission der Hochschule und begleitet wichtige Entscheidungen etwa bei Berufungen, Förderprogrammen oder wissenschaftlichen Qualifikationen.

Stiesch folgt auf den Nuklearmediziner Frank Bengel, der das Amt seit 2020 innehatte. Die neue Forschungsdekanin übernimmt die Funktion zunächst für zwei Jahre.

Fokus auf Innovation, Translation und Nachwuchsförderung

Inhaltlich setzt Stiesch auf vier zentrale Themen:

  • Innovation in der medizinischen Forschung
  • Translation, also die schnelle Überführung von Forschungsergebnissen in die klinische Praxis
  • Interdisziplinäre Zusammenarbeit verschiedener Fachrichtungen
  • Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses

Die Vernetzung verschiedener Disziplinen sieht sie als Schlüssel für wissenschaftliche Fortschritte. Gerade an den Schnittstellen von Medizin, Ingenieurwissenschaften und Naturwissenschaften entstünden häufig besonders innovative Lösungen.

„Ich möchte neue Fördermöglichkeiten erschließen, neue Entwicklungen vorantreiben und die Forschenden noch besser vernetzen“, erklärt Stiesch.

Forschung an intelligenten Implantaten

Auch in ihrer eigenen Forschung setzt Stiesch auf interdisziplinäre Zusammenarbeit. Im Sonderforschungsbereich SIIRI (Sicherheitsintegrierte und infektionsreaktive Implantate) entwickeln Wissenschaftler*innen intelligente Implantate, die sicherer sind und Infektionen besser vorbeugen können.

Das Projekt bringt Expert*innen aus Medizin, Ingenieurwissenschaften, Natur- und Sozialwissenschaften zusammen. Ende 2025 erhielt der Forschungsverbund eine weitere Förderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft in Höhe von rund zwölf Millionen Euro für zusätzliche dreieinhalb Jahre. Parallel engagiert sich Stiesch intensiv für Nachwuchswissenschaftler*innen, etwa durch Graduiertenprogramme in der Implantatforschung. Auf diese Weise sollen junge Talente früh in innovative Forschungsprojekte eingebunden werden.

Digitalisierung als Motor der Medizin

Ein weiterer Schwerpunkt ihrer Arbeit soll die Digitalisierung sein. Moderne Technologien eröffnen neue Möglichkeiten in Medizintechnik, Robotik und personalisierter Medizin. Digitale Methoden helfen beispielsweise dabei, große Datenmengen auszuwerten, Biomarker zu identifizieren oder Krankheitsverläufe präziser vorherzusagen. Auch für die Nachverfolgung von Patient*innen oder die Prävention von Krankheiten spielen sie eine zunehmend wichtige Rolle.

Durch ihre vielfältigen Netzwerke in Wissenschaftsorganisationen möchte Stiesch die MHH stärker international positionieren. Dazu gehört auch, neue Forschungskooperationen zu initiieren und zusätzliche Förderprogramme einzuwerben. „Es ist eine spannende Zeit für die MHH“, sagt die Wissenschaftlerin. Ihr Ziel sei es, die Zukunft der Hochschule aktiv mitzugestalten und die Forschung weiter zu stärken.

Quelle: Medizinische Hochschule Hannover (MHH)

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