LINGA X Age Forward Lab: Die Zukunft wird älter – Zeit, sie neu zu denken
Das war das Age Forward Lab im Medical Park Hannover
Die Zukunft wird älter – Zeit, sie neu zu denken: Unter diesem Motto hat die Landesinitiative Niedersachsen Generationengerechter Alltag (LINGA) zusammen mit der Initiative „Age Bombs“ am 10.12.25 zum Age Forward Lab Fachleute aus Design, Architektur, Regionalplanung, Wirtschaft, Kultur und Politik in den Medical Park nach Hannover eingeladen.
Auftakt und Hinführung zum Thema
Bereits heute ist fast ein Viertel der Bevölkerung über 60 Jahre alt, und bis 2050 wird voraussichtlich jede dritte Person über 65 sein. Dieser demografische Wandel stellt Gesellschaft und Wirtschaft vor große Herausforderungen – und eröffnet zugleich die einmalige Chance, die Zukunft und das Alter(n) neu zu denken.
Rund 50 Teilnehmende und Interessierte nutzten das eintägige Forum, um neue Perspektiven auf das Alter und das Altern zu gewinnen, sich zu vernetzen und in Workshops gemeinsam Impulse zu den Themen Arbeit, Lebensräume, Ruhestand sowie Kommunikation und Design zu entwickeln.
Altersgrenzen als Motor begreifen
Nach der Begrüßung durch Delia Balzer, Projektleiterin der LINGA, übernahm Robert Eysoldt, Gründer von Age Bombs, die Moderation. Mit einem sehr persönlichen Einstieg: „Am 20. Dezember 2023 wurde ich 59 Jahre alt. Und das schlug ein, wie eine Bombe.“ Die Fragen nach der Gestaltung der kommenden Lebensjahre führten ihn zur Gründung von Age Bombs: einer Initiative, die Altersgrenzen nicht als Hindernis, sondern als Impulsgeber für Wandel, Kreativität und Innovation versteht. Dafür entwickelt die Agentur Strategien, Formate und Prozesse, die Altersdiversität in Kommunikation, Führung, Design und Kultur verankern – so auch im Age Forward Lab.
Impulsvorträge und thematische Einstimmung
Drei kurze Impulsvorträge stimmten die Teilnehmenden auf die anschließenden Workshops zu den Themen „Arbeit & Ruhestand“, „Lebensräume“ und „Kommunikation & Design“ ein. Claudia Thöring und Jörn Boie-Wegener von Abenteuer Unruhestand verwiesen auf das Potential der Altersgruppe 60 bis 90 und plädierten für einen „tragfähigen Lebensentwurf“ dieser „goldenen Jahre“. Ayat Tarik Kamil, Architektin und Raumplanerin aus Braunschweig sowie Vorstand von Quartier Plus, zeigte auf, wie generationenübergreifende Lebensräume gelingen können und warum der Dialog zwischen Jung und Alt essenziell ist. Den Blick für barrierefreie Sprache schärfte Dr. Isabel Rink vom Landeskompetenzzentrum für Barrierefreiheit beim niedersächsischen Sozialministerium und stellte diese als Grundlage für Wissenserwerb, Wissensaufbau und Interaktion heraus.

Drei Themenräume lieferten neue Ansätze und Erkenntnisse
Nach den Impulsen arbeiteten die Teilnehmenden je nach Interessensgebiet in drei interaktiven Themenräumen. In diesen wurde in kleiner Runde über Ansätze und Lösungsperspektiven diskutiert. Moderiert von Carolin Pauly (IUD Institut für Universal Design) und eingeleitet durch Irene Stroot (Demografieagentur für die Wirtschaft GmbH) stand in Themenraum 1 „Arbeit & Ruhestand“ insbesondere der Übergang der sogenannten „Babyboomer“-Generation im Fokus der Diskussion.
Der Themenraum „Lebensräume“, angeleitet durch Susanne Knaak vom Niedersachsenbüro Neues Wohnen im Alter und eingestimmt durch Kilian Blum vom Studio Morgenraum beschäftigte sich mit den drei Kernfragen künftigen Zusammenlebens: Was brauchen wir, um an einem Ort gut leben zu können? Welche Strukturen braucht es? Und welche Verantwortung tragen Kommunen und Planer*innen?
Durch den dritten Workshop zum Thema „Kommunikation + Design“ führten Mathias Knigge vom Büro Grauwert und Berit Lüdecke vom Social Innovation Center der Region Hannover. Die Arbeit im Lab verdeutlichte, wie wichtig es ist, Design für alle Zielgruppen zu denken und diese bereits im Entstehungsprozess miteinzubeziehen.
Das Fazit des eintägigen Plenums fiel durchweg positiv aus. Viele Teilnehmende fühlten sich von den Vorträgen und Themenräumen inspiriert, knüpften neue Kontakte und nahmen sich vor, das Thema Altersdiversität künftig stärker in ihren eigenen Netzwerken zu platzieren. Und so stand für alle Teilnehmenden fest: Dieser Tag war nur der Anfang einer neuen, zukunftsorientierten Haltung zum Alter. Mal wieder hatte LINGA über Niedersachsen.next diejenigen zusammengebracht, die sich sonst nicht getroffen hätten. Vielleicht die Geburtsstunde von neuen Projektideen und Konsortien?! Wir bleiben weiter am Ball und werden berichten.











