Jahresrückschau 2025: Flexibilisierung als Schlüssel zur Energiewende in Niedersachsen und Norddeutschland
Das Jahr 2025 war für den Fachbereich Energie von Niedersachsen.next geprägt von einem klaren Leitmotiv: Flexibilisierung als Voraussetzung für das Gelingen der Energiewende. Mit dem stetig wachsenden Anteil von Wind- und Solarenergie steigen die Anforderungen an ein Energiesystem, das Angebot und Nachfrage zuverlässig ausbalancieren kann. Gleichzeitig nimmt der Strombedarf durch die Elektrifizierung von Industrie, Wärme und Verkehr weiter zu. Der Energiebereich hat diesen Transformationsprozess 2025 aktiv begleitet, moderiert und mit eigenen Veranstaltungsformaten entscheidende Impulse gesetzt.
Niedersachsen und Norddeutschland als Schlüsselregion
Niedersachsen und Norddeutschland nehmen eine besondere Rolle in der Energiewende ein. Als führende Erzeugungsregion für erneuerbare Energien, als Standort energieintensiver Industrie und als Knotenpunkt für Strom- und Wasserstoffinfrastruktur sind hier die Herausforderungen – und Chancen – der Transformation besonders sichtbar.
Daher ist es das Ziel, Flexibilisierung gezielt als Standort- und Wettbewerbsfaktor zu stärken. Initiativen wie Norddeutsche Wasserstoffstrategie – Norddeutsche Wasserstoffstrategie und Invest in Niedersachsen tragen dazu bei, internationale Unternehmen und Investoren für den Standort zu gewinnen und die Rahmenbedingungen für Innovationen im Energiebereich weiter zu verbessern.
Der Aufbau des Wasserstoffkernnetzes, leistungsfähige Häfen sowie eine starke Forschungs- und Start-up-Landschaft machen Niedersachsen zu einer Modellregion für ein zukunftsfähiges Energiesystem – mit Strahlkraft weit über die Landesgrenzen hinaus.
Niedersachen.next als Plattform für Austausch und Umsetzung
Ein Schwerpunkt unserer Arbeit im Jahr 2025 lag auf der Organisation und Durchführung zentraler Fachveranstaltungen, mit denen wir gezielt Dialogräume geschaffen haben.
Mit dem 1. Niedersächsischen Transformationsgipfel am 19. Juni 2025 in Hannover wurde ein landesweiter Austausch zwischen Politik, Wirtschaft, Wissenschaft, Kammern und Zivilgesellschaft initiiert. Flexibilisierung des Energiesystems wurde dabei als verbindende Querschnittsaufgabe deutlich, die Energiepolitik, Industrieentwicklung und Standortfragen miteinander verknüpft.
Ein weiteres Highlight war unser Side-Event „Senior Energy meets Junior Power“ am 17. September 2025 im Rahmen des Niedersachsen Startup Day. Ziel war es, etablierte Unternehmen und junge Start-ups aus den Bereichen Wasserstoff, Speichertechnologien, Geothermie und Energieintegration gezielt zu vernetzen und neue Kooperationen anzustoßen.
Auch bei den Niedersächsischen Energietagen am 2. und 3. Dezember 2025 (Gesamtleitung Energie-Forschungszentrum Niedersachsen) setzten wir inhaltliche Akzente. Ein eigenes Fachforum zur Flexibilisierung im Energiesystem ermöglichte einen intensiven Austausch zu Nachfrageflexibilität, Speicherlösungen, intelligenter Steuerung und regionaler Umsetzung.

Nationaler Wasserstoffrat zu Besuch in Hannover
Ein besonderer Höhepunkt zum Jahresende war die Tagung des Nationalen Wasserstoffrats am 27. und 28. November 2025 in Hannover. Am Vorabend der Sitzung lud Ministerpräsident Olaf Lies die Mitglieder des Nationalen Wasserstoffrats zu einem Empfang ins Gästehaus der Niedersächsischen Landesregierung ein. Der Empfang bot Gelegenheit zum intensiven Austausch zwischen dem Nationalen Wasserstoffrat (Leitung: Felix Christian Matthes), Vertreter*innen der Bundesressorts sowie Akteuren aus Niedersachsen – darunter das Niedersächsische Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Bauen, die Staatskanzlei und Niedersachsen.next.
Am Folgetag verschafften sich die Mitglieder des Nationalen Wasserstoffrats bei einem Besuch in Salzgitter einen direkten Eindruck von den industriellen Transformationsprozessen vor Ort. Im Austausch mit regionalen Akteuren aus Industrie und Forschung – unter anderem rund um SALCOS®, den Wasserstoffcampus Salzgitter und beteiligte Forschungseinrichtungen – wurde deutlich, welche Bedeutung Wasserstoff für die klimaneutrale Transformation der Industrie hat.
Der Besuch unterstrich die Rolle Niedersachsens als Vorreiter und Reallabor der Wasserstoffwirtschaft. Wasserstoff wurde dabei einmal mehr als Schlüsseltechnologie für eine treibhausgasneutrale Industrie, für Mobilität und für die langfristige Energiespeicherung hervorgehoben. Der Nationale Wasserstoffrat fungiert in diesem Prozess als wichtiges Bindeglied zwischen Politik, Wirtschaft und Wissenschaft.
Norddeutsche Wasserstoffkooperation sagt „Moin Zukunft“

Zum Jahresende stand die Wasserstoffwirtschaft im Fokus. Die Jahresveranstaltung der Norddeutschen Wasserstoffstrategie am 15. Dezember 2025 in Hannover brachte führende Akteurinnen und Akteure aus Politik, Wirtschaft, Verbänden und Netzbetreibern zusammen.
Grant Hendrik Tonne, Niedersächsischer Minister für Wirtschaft, Verkehr und Bauen betonte in seiner Eingangsrede, dass das Ziel, Klimaneutralität ohne Verlust von Wettbewerbsfähigkeit und Akzeptanz der Gesellschaft unser aller Ziel sein müsse. Niedersachsen und Norddeutschland bleiben Wiege und Treiber der deutschen Wasserstoffwirtschaft. Diskutiert wurden regulatorische Rahmenbedingungen, Netzanschlüsse, Infrastrukturfragen und Förderinstrumente. Die enge Verzahnung mit der Norddeutschen Wasserstoffstrategie unterstreicht die strategische Bedeutung regionaler und überregionaler Zusammenarbeit für den Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft.
Internationale Vernetzung gezielt stärken
Neben regionalen und landesweiten Formaten hat Niedersachsen.next 2025 auch die internationale Sichtbarkeit des Standorts Niedersachsen gestärkt. Delegationsreisen, Messeauftritte und Kooperationen – unter anderem mit Partnern aus Skandinavien und Japan – trugen dazu bei, Investitionen anzubahnen und internationale Wertschöpfungsketten im Wasserstoff- und Energiesektor zu entwickeln.
Fazit: Transformation und Energiewende aktiv gestalten
Die Flexibilisierung der Energieversorgung ist dabei mehr als ein technisches Konzept – sie ist ein strategischer Standortfaktor. Durch gezielten Austausch, klare Orientierung und starke Partnerschaften gilt es, Niedersachsen und Norddeutschland als führende Energie- und Innovationsregion weiter zu stärken.
Die Rückschau auf das Jahr 2025 zeigt auch: Niedersachsen.next hat sich als aktive Gestalterin der Energiewende positioniert. Mit eigenen Veranstaltungsformaten wurden Netzwerke gestärkt, Wissen gebündelt und Impulse gesetzt.








