Ein Jahr XR CAMPUS – Wie virtuelle Technik den Arbeitsalltag in Verwaltung und Wirtschaft verändert
Die neue Folge des Podcasts „Digital gedacht“ zeigt, wie Extended Reality (XR) bereits heute konkret in Verwaltung und Wirtschaft eingesetzt wird – und wo sie spürbar entlastet: bei Planung, Ausbildung und Zusammenarbeit.
Der XR CAMPUS von Niedersachsen.next ist Erlebnisraum und Expertennetzwerk zugleich. Hier ist niedrigschwellig erlebbar, wie sich die virtuelle Technik in Form von Virtual Reality oder Augmented Reality direkt einsetzen lässt. Unternehmen und Verwaltungen kommen ohne Vorkenntnisse. Sie probieren aus. Und sie erkennen schnell den Nutzen für ihre eigenen Aufgaben.
Vom Ausprobieren zum Einsatz
Der XR CAMPUS in Hannover ist seit Mitte 2025 zentrale Anlaufstelle für alle, die die Technik erstmals erleben wollen. Viele kommen mit Zurückhaltung, wenige mit Vorwissen. Doch die Erfahrung vor Ort verändert den Blick. „Aus erster Neugier entstehen inzwischen echte Ideen für Anwendungen“, beschreibt Projektleiter Philipp Markhardt die Entwicklung.
Der XR CAMPUS ermöglicht einen Einstieg ohne große Hürden, zeigt konkrete Anwendungen und vernetzt die richtigen Partner*innen. Aus einzelnen Ideen werden belastbare Projekte, die sich in den Arbeitsalltag integrieren lassen.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Podigee. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Ein Beispiel aus der Verwaltung zeigt den Unterschied deutlich. Räume lassen sich virtuell begehen, lange bevor sie gebaut sind. „Das ist was anderes, ob man das auf einem Plan sieht oder ob man das live erlebt“, sagt Dr. Alexander Georgiadis, Chief Information Officer (CIO) des Landes Niedersachsen. Beteiligte entwickelten dadurch ein gemeinsames Verständnis für das Projekt. Abstimmungen würden klarer, Fehler fielen auf. Das spart Zeit und reduziert Reibung – gerade bei komplexen Vorhaben.
Training ohne Risiko
Auch in der Aus- und Weiterbildung zeigt XR konkrete Vorteile. In einem virtuellen Gerichtssaal trainieren Richterinnen und Richter Vernehmungen und Verhandlungen mit digitalen Figuren. Die Szenarien lassen sich beliebig wiederholen. Die Avatare sind anpassbar und passen sich selbst an. „Der Vorteil ist, dass ich zeitunabhängig und stressfrei zu Hause üben und die Szenarien beliebig oft wiederholen kann“, erläutert Richterin Laura Hannawald, die das Projekt CourtNAI begleitet.
Bei der Feuerwehr geht es noch direkter zur Sache. Brände und Einsätze werden simuliert. Der Übungseffekt ist real. „Das ist für uns ein richtiger Game Changer“, sagt Konstantin Mennecke von der Feuerwehr im Landkreis Northeim. Man hört ein Knistern, wenn der Wald brennt, und warm wird es dem oder der Übenden auch. „Wir können Simulationen machen, für die ich in der echten Welt sehr viel Vorbereitung bräuchte – und sehr hohe Kosten“.
Technik rückt in den Hintergrund
Die Technik selbst entwickelt sich schnell weiter. Brillen werden leichter, Anwendungen stabiler, die Bedienung einfacher. Gleichzeitig sinken die Einstiegskosten. Im Alltag wird XR damit Schritt für Schritt zu einem Werkzeug wie andere auch. Nicht als Ersatz, sondern als Ergänzung dort, wo Planbarkeit und Verständlichkeit entscheidend sind. Die aktuelle Podcastfolge liefert dazu Einblicke aus erster Hand – und zeigt, warum sich der Blick auf diese Technik gerade jetzt lohnt.
„Wir merken, dass die Gespräche konkreter werden. Aus erster Neugier entstehen inzwischen echte Ideen für Anwendungen, und Projekte stehen auch schon in der Pipeline“ – Philipp Markhardt, Projektleiter XR CAMPUS Niedersachsen.next Digitalagentur
„Ich finde das so beeindruckend, weil man wirklich in diese virtuelle Umgebung eintauchen kann. (…) Ich könnte mir vorstellen, dass wir in fünf bis zehn Jahren keine Smartphones mehr haben, sondern alle eine Brille aufhaben.“ – Dr. Alexander Georgiadis, CIO Niedersachsen
„Wir können Simulationen machen, für die ich in der echten Welt sehr viel Vorbereitung bräuchte – und sehr hohe Kosten.“ – Konstantin Mennecke, Feuerwehr Northeim“
„Der Vorteil bei CourtNAI ist, dass man zeitunabhängig und stressfrei zum Beispiel zu Hause üben kann.“ – Laura Hannawald, Richterin
Machen einfach machen: Ali Mahlodji – Vom Flüchtlingsheim zum Visionär
In diesem Niedersachsen.next Startup Podcast spricht Ali Mahlodji über seinen ungewöhnlichen Werdegang – eine Geschichte, die von Flucht, Ausgrenzung und starken inneren Bildern geprägt ist und heute Millionen Menschen inspiriert. Mahlodji, Gründer von whatchado und futureOne, EU‑Jugendbotschafter und internationaler Keynote Speaker, ist einer der bekanntesten Stimmen im europäischen Diskurs über New Work, Jugendbildung und Unternehmertum.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Podigee. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Ali Mahlodji kam als Dreijähriger nach Europa, nachdem seine Familie aus politischen Gründen aus dem Iran fliehen musste. „Ich war drei Jahre alt, wir sind mit einer Schlepperbande geflohen“, erzählt er im Podcast. Seine ersten Jahre verbrachte er im österreichischen Flüchtlingsheim – eine Erfahrung, die ihn früh für soziale Unterschiede sensibilisierte.
Diskriminierung gehörte lange zu seinem Alltag. „Ich wurde ausgelacht, weil ich der Braune war“, berichtet er. Gleichzeitig erlebte er Unterstützung von Menschen, die an ihn glaubten. Besonders prägend sei seine Mutter gewesen: „Sie hat immer gesagt: Wenn du willst, schaffst du alles.“
Vom Schulabbruch zur Selbstneuerfindung
Mahlodji begann als Jugendlicher zu stottern, verließ aus Angst vor dem Sprechen die Schule und arbeitete in unterschiedlichsten Jobs – vom Bodenreiniger bis zur Baustelle. Doch ein Lehrer ermutigte ihn, sich neu zu orientieren. Er holte seinen Abschluss nach, absolvierte ein Informatikstudium und machte Karriere bei Siemens und Sun Microsystems.
Der Wendepunkt kam durch eine Sinnkrise. Er wurde Lehrer – und erkannte, wie verloren viele Jugendliche in der Frage nach ihrer beruflichen Zukunft sind. Aus einer Kindheitsidee heraus entwickelte er whatchado, ein „Online-Handbuch der Lebensgeschichten“. Die Plattform wuchs rasant und half Millionen Jugendlichen bei der Berufsorientierung.
Unternehmerischer Geist als gesellschaftliche Aufgabe
Heute arbeitet Mahlodji mit futureOne an Transformationsprozessen in Unternehmen und an Zukunftskompetenzen für Führungskräfte. Gleichzeitig engagiert er sich in Gremien wie dem Fachkräfteausschuss der deutschen Bundesregierung.
Sein Ziel: Jugendliche sollen Unternehmertum als selbstverständliche Option wahrnehmen. „Die meisten sehen nur Superstars wie Elon Musk oder Jeff Bezos. Aber jede Bäckerei ist Unternehmertum“, sagt er. Schulen müssten viel stärker Räume schaffen, in denen junge Menschen Projekte entwickeln und echte Vorbilder kennenlernen.
Die Macht der Visualisierung
Ein zentrales Thema des Podcasts ist Alis Nutzung von Visualisierung. „Das Gehirn denkt in Bildern. Wenn du dir jeden Tag sagst, wer du sein willst, wird es deine Realität.“ Der Ansatz zieht sich durch seine gesamte Biografie und prägt heute auch seine Arbeit mit Führungskräften.
Drei Ratschläge für junge Gründer*innen
Am Ende formuliert er konkrete Tipps:
„Finde heraus, was du richtig gut kannst – und was nicht.“
„Lerne, mit anderen Menschen gut auszukommen.“
„Geh in Unternehmen und lerne, wie Wirtschaft funktioniert.“
Der Podcast zeigt einen Menschen, der seine Brüche nicht versteckt, sondern daraus Energie gewinnt. Eine inspirierende Folge über Mut, Selbstwirksamkeit und die Fähigkeit, das eigene Leben selbst zu gestalten.
Machen einfach machen: Wie der Hafven in Hannover entstand
In dieser Folge des Niedersachsen.next Startup Podcasts sprechen wir mit Jonas Lindemann, Mitgründer und Geschäftsführer des Hafven. Er erzählt eine außergewöhnliche Gründungsreise, die von ersten Unternehmungen im Keller über Coworking-Pioniere in Hannover bis zur Entstehung eines der größten Innovationshubs im deutschsprachigen Raum führt.
Vom Kellerstartup zum Serial Entrepreneur
Jonas Lindemann gründete sein erstes Unternehmen mit Anfang 20: zusammengeschraubte Computer, verkauft über eBay. „Es hat mich gepackt, ich bin früh infiziert worden vom Auf und Ab des Unternehmertums“, sagt er im Podcast. Es folgten ein Gameserver‑Hosting, eine Werbeagentur und Beratungsarbeit rund um Markenbildung und digitale Produkte.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Podigee. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Über das Coworking‑Projekt Edelstall lernte Jonas eine neue Form des Arbeitens kennen. Was heute selbstverständlich scheint, war damals erklärungsbedürftig. „Wir mussten den Leuten erklären, dass es okay ist, keinen festen Arbeitsplatz zu haben“, erinnert er sich. Gerade diese Offenheit führte dazu, dass Menschen sich gegenseitig beobachteten, voneinander lernten – und schneller kooperierten.
Die Weltreise als Wendepunkt
2015 ging Jonas für anderthalb Jahre auf Weltreise, unter anderem nach Australien und Südostasien. Statt Auszeit arbeitete er remote weiter. „Ich brauchte erst mal drei Monate, um runterzukommen und überhaupt zu verstehen, was ich will“, erzählt er. Die Reise wurde zur Phase der Selbstreflexion – und zur frühen Erfahrung mit ortsunabhängigem Arbeiten.
Hafven: Ein Leuchtturm für die Gründungskultur
Nach seiner Rückkehr bündelten die Teams von Edelstall und den Werkstätten Die Werke ihre Kräfte. Ziel war ein Ort, der Arbeiten, Produzieren und Begegnung verbindet. „Wir hatten das Gefühl, dass die Summe der Teile größer wird, wenn wir alles zusammenführen“, sagt Jonas.
Heute ist der Hafven heute einer der größten Coworking‑ und Makerspaces in Deutschland. Büroarbeitsplätze, Werkstätten, Café und Eventflächen vereinen sich zu einem Ort, an dem Kreative, Solo‑Selbstständige, Startups und zunehmend auch Konzernmitarbeitende zusammenkommen.
„Die Magic liegt darin, dass Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen hier gemeinsam etwas machen wollen“ – Jonas Lindemann, Hafven Hannover
Warum Social Media nicht mehr reicht
Mit dem Wachstum der Hafven‑Community wird deutlich: Persönliche Verbindungen lassen sich nicht mehr allein durch Community‑Manager herstellen. Daraus entsteht die Idee zu coapp. „Unsere Community hat uns gesagt: Gebt uns ein Tool, mit dem wir uns selbst vernetzen können.“ coapp ist heute eine eigenständige Software‑Firma, die Communities hilft, ihre Mitglieder sichtbar zu machen, Verbindungen zu fördern und Mehrwert zu monetarisieren – etwa über Mitgliedschaften oder Buchungen. „Social Media ist nicht mehr social, sondern vor allem Media“, so Lindemann. „Menschen wollen kleinere, geschützte Räume mit echter Relevanz.“
Gemeinschaft als Zukunftsmodell
Ob Unternehmen, Hochschulen oder Wirtschaftsnetzwerke: Lindemann ist überzeugt, dass Communities zur zentralen Organisationsform der Zukunft werden. Unterstützt durch KI und datenbasierte Ansätze sollen künftig genau die Verbindungen entstehen, „aus denen reale Zusammenarbeit wird“.
Sein Rat an Gründerinnen und Gründer bleibt dabei bodenständig: Austauschen, ehrlich bleiben – und anfangen. „Wenn es euch im Bauch kitzelt, dann probiert es aus. Sonst macht es keiner.“
Ein Gespräch über Gründergeist, Wachstum, Ökosysteme und die Zukunft des Venture Capital
In dieser Episode von „Machen einfach machen – der Niedersachsen.next Startup-Podcast“ sprechen wir mit Jesse Jeng, Gründer von SCALEHOUSE Capital in Osnabrück, über die Zukunft von Venture Capital, die Stärkung regionaler Ökosysteme und die Frage, was Startups heute wirklich brauchen, um zu wachsen. Das Gespräch eröffnet tiefe Einblicke in die Mechanik des Marktes – und in einen ungewöhnlichen Karriereweg.
Vom Bankenkarriereweg zum Startup-Finanzierer
Jesse Jeng hat früh Verantwortung übernommen. Elf Jahre arbeitete er in der norddeutschen Landesbank, zunächst in der Schiffsfinanzierung, später in Aviation und Energie. Die Erfahrungen einer ganzen Branche in der Krise bezeichnet er heute als prägend: „Wenn der Vorhang des Erfolgs beiseite gezogen wird, lernt man plötzlich, wie man hunderte Millionen Euro retten muss.“ Diese Einblicke führten schließlich zum Wechsel in die Tech‑Welt: Als Chief Investment Officer eines Londoner KI‑Startups entdeckte er seine Leidenschaft für schnelles Wachstum und unternehmerische Gestaltung.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Podigee. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Zurück in Niedersachsen wurde Jeng Teil des lebendigen Startup‑Ökosystems in Osnabrück. Gemeinsam mit Familienunternehmen, der NBank und wirtschaftspolitischen Initiativen entstand der Plan zu Scalehouse Capital. „Wir wollten Gründerinnen und Gründer unterstützen – und gleichzeitig das Ökosystem in Niedersachsen stärken.“
Was Startups wirklich mitbringen müssen
Im Gespräch erklärt Jeng klar, dass Venture Capital nicht für jeden passt. Die Anforderungen an starkes Wachstum sind hoch. Das bekannte Muster „Triple‑Triple‑Double‑Double“ bedeutet: „Der Umsatz muss sich jedes Jahr verdoppeln oder verdreifachen – das geht nur, wenn der Markt riesig ist.“ Ein Startup müsse bereits Kunden haben, ein skalierbares Produkt und ein Team mit außergewöhnlichem Drive mitbringen.
Jeng erklärt, warum VC‑Fonds auf große Erfolge angewiesen sind. Ein einziges Unternehmen müsse oft „den gesamten Fonds zurückzahlen“. „Von 20 Investments schaffen es vielleicht sechs nicht – und einige nur so gerade. Die starken Unternehmen tragen den Fonds.“ Damit Gründerinnen und Gründer diese Wachstumslogik verstehen, sei Transparenz entscheidend.
Was ein starkes Ökosystem ausmacht
Ein zentrales Thema des Gesprächs ist der Aufbau regionaler Innovationsräume. Jeng betont: „Ökosysteme entstehen nicht durch Verordnung. Es geht um Menschen, Vertrauen und Privatwirtschaft.“ Für Niedersachsen sehe er großes Potenzial – vorausgesetzt, Förderstrukturen bleiben flexibel, dezentral und unternehmerisch geprägt. Das Gespräch zeigt, wie stark die Strategien eines Venture‑Capital‑Investors vom Zusammenspiel aus Kapital, Unternehmertum und regionaler Entwicklung abhängen. Jeng bleibt optimistisch:
„Wenn wir mutig bleiben, werden wir die Gründungslandschaft in fünf bis zehn Jahren nicht wiedererkennen.“
KI praxisnah und wirtschaftlich einsetzen: Orientierung für Unternehmen
Künstliche Intelligenz ist in vielen Betrieben Thema, aber selten klar verortet. In der aktuellen Folge des Podcasts „Digital gedacht“ von Niedersachsen.next geht es genau darum: wie Unternehmen und Verwaltungen strukturiert und sicher an KI herangeführt werden.
Orientierung statt Überforderung
Viele Unternehmen wissen, dass KI relevant ist, sind aber unsicher beim Einstieg. Sascha Rose bringt es im Podcast auf den Punkt: „Der erste Schritt ist immer die Sensibilisierung.“ Formate wie die KI‑Safari setzen genau hier an. Sie schaffen Überblick und ordnen Begriffe, Erwartungen und Risiken ein.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Podigee. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Wer tiefer einsteigen will, findet in Niedersachsen strukturierte Anschlussformate. Workshops und neu, den Hackathon, setzen gezielt an betrieblichen Fragestellungen an. Georg Redekop beschreibt den Anspruch klar: „Unser Ziel ist, dass die Teilnehmenden mit konkreten Ergebnissen rausgehen.“
Sicherheit als Schlüssel zur Industrie
Für Safae Ait Elhabti, Bachelor-Absolventin im Bereich Mechatronik, steht der Mensch im Fokus. Ihre Arbeit untersuchte sichere Reaktionsstrategien für parallele Roboter, wenn Menschen in Kontakt mit ihnen kommen. „Räumliche Parallel-Roboter haben den Vorteil, sehr präzise zu sein, werden aber aus Sicherheitsgründen bislang nicht in der Industrie genutzt“, so Elhabti. Ihr Ziel: Durch die von ihr entwickelnten Kontaktreaktionen, z. B. “Rückzug”, Robotik praxistauglich und vertrauenswürdig machen.
Netzwerke als Abkürzung
Ein zentrales Motiv der Episode ist die Bedeutung von Netzwerken. Natalie Schwarz von der IHK Niedersachsen betont den Austausch unter Unternehmen als entscheidenden Faktor. Erfahrungen aus der Praxis helfen, Fehlentscheidungen zu vermeiden und Lösungen schneller zu finden.
Umsetzung absichern
Abgerundet wird die Folge durch einen Überblick über Förderinstrumente. Landes‑ und Bundesprogramme reduzieren finanzielle Risiken und ermöglichen Planungssicherheit. Die Rolle der Digitalagentur liegt dabei in Einordnung, Beratung und Begleitung.
Die Podcast‑Folge zeigt, dass KI kein Sprung ins Ungewisse sein muss. Wer vorhandene Formate nutzt, Schritt für Schritt vorgeht und Netzwerke einbindet, kann KI sinnvoll in den Alltag integrieren.
„Der erste Schritt ist immer die Sensibilisierung – nur so kann KI wirtschaftlich sinnvoll in Geschäftsmodelle integriert werden.“ – Sascha Rose, Niedersachsen.next Digitalagentur
„Unser Ziel ist, dass die Teilnehmenden mit konkreten Ergebnissen rausgehen, die sie im Unternehmen wirklich umsetzen können.“ – Georg Redekop, Niedersachsen.next Digitalagentur
„Der Austausch mit anderen Unternehmen ist oft wertvoller als jede Theorie, weil man aus Erfahrungen lernt.“ – Natalie Schwarz, IHK Niedersachsen
Vom Pilotprojekt zum Alltag – Wie Technologien fürs Alter wirklich ankommen
Technik ist da – der Alltag hinkt hinterher
Seit Jahren werden Assistenzsysteme gefördert, getestet und evaluiert. Sensoren erkennen Stürze, Systeme melden Gefahren. „Technisch klappt das alles“, sagt Dr. Julian Stubbe von der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH. Trotzdem gelangen nur wenige Projekte in den Regelbetrieb. In Evaluationen europäischer Programme liegt die Quote bei rund zehn bis fünfzehn Prozent.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Podigee. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
„Wir haben kein Technikproblem, sondern ein Problem der passenden Anwendungsszenarien und der Ansprache.“ – Delia Balzer
Pilotitis als strukturelles Problem
Stubbe beschreibt dieses Phänomen als „Pilotitis“. Projekte funktionieren im Modellbetrieb, finden aber keinen Markt. Gründe sind zum Beispiel fehlende Zertifizierungen und unrealistische Annahmen über Zahlungsbereitschaft im Privatmarkt. „Das ist kein Einzelfall, sondern ein systemisches Problem“, so Stubbe.
„Wir haben viele Projekte, die technisch sehr gut funktionieren – aber nur zehn bis fünfzehn Prozent werden am Ende wirklich zu Produkten.“ – Dr. Julian Stubbe
Pflegeeinrichtungen als Schlüssel
Erfolgreicher sind Projekte, die zunächst mit Pflegeeinrichtungen arbeiten. Ein Beispiel ist ein Infrarot‑Überwachungssystem, das erst im professionellen Umfeld eingesetzt wurde. Dort existieren klare Pflichten und Budgets. Erst danach wurde der Weg in den Privatmarkt möglich.
Partizipation entscheidet über Wirkung
Delia Balzer von der Landesinitiative Niedersachsen „Generationengerechter Alltag“ betont: „Wir haben kein Technikproblem, sondern ein Anwendungsproblem.“ Viele Lösungen seien an Lebensrealitäten vorbeientwickelt worden. Maxie Lutze ergänzt, dass echte Partizipation mehr sei als Feedback. Sie ist ein Weg, um überhaupt zu verstehen, was im Alltag funktioniert – und was nicht. Wenn sich dadurch Innovationen im Prozess verändern, passen Lösungen besser in reale Lebens- und Versorgungskontexte.
Erproben schafft Vertrauen
Reallabore und Musterwohnungen bieten die Möglichkeit, Technik zu erleben. Sie senken Berührungsängste und liefern belastbares Feedback. In Niedersachsen existieren solche Angebote punktuell, etwa beim kommunalen Seniorenservice in Hannover. Der Aufwand bleibt hoch – doch der Nutzen ist klar.
„Echte Partizipation beginnt dort, wo Perspektiven Einfluss auf Entscheidungen haben – und nicht nur Feedback gesammelt wird.“ – Maxie Lutze
Fazit
Digitale Assistenz im Alter braucht Zeit, klare Märkte und reale Beteiligung. Wer früh auf Praxisnähe setzt, vermeidet teure Umwege. Der Podcast zeigt, wie aus Projekten verlässliche Lösungen werden können.
Vom Bodensee zum Startup-Pionier: Wie Florian Stöhr das Ökosystem Osnabrück prägt
Osnabrück gilt heute als einer der sichtbarsten AgriFood-Startup-Knotenpunkte in Deutschland. Ein wesentlicher Treiber hinter dieser Entwicklung ist Florian Stöhr. Im „Machen einfach machen“-Podcast von Niedersachsen.next gewährt er Einblicke in seinen ungewöhnlichen Werdegang und das Erfolgsgeheimnis des Osnabrücker Modells.
Eigentlich wollte Florian Stöhr nach dem Abitur am Bodensee nur für ein BWL-Studium nach Osnabrück kommen. „Ein Semester und du bist wieder weg“, dachte er sich beim Einzug. Doch aus dem geplanten Gastspiel sind über 20 Jahre geworden. Stöhr blieb, gründete 2004 mit Freunden eine Community-Plattform, gestaltete den Aufstieg des Softwarehauses basecom und baute später als „Schnellboot im Konzern“ die Digitaltochter eines großen Call-Center-Betreibers auf.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Podigee. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Heute ist Stöhr Geschäftsführer des Seedhouse, einem Startup-Zentrum, das den klassischen Accelerator-Gedanken mit der Bodenständigkeit des Mittelstands vereint. Das Besondere: Das Seedhouse wird von einem Kreis aus mittlerweile über 30 mittelständischen Gesellschaftern getragen. Unternehmen wie der Landtechnik-Riese GRIMME investieren nicht nur Kapital, sondern fungieren als Mentoren und Pilotkunden.
Für Stöhr ist dabei die menschliche Komponente wichtiger als jeder Businessplan. Im Auswahlprozess für die begehrten Batch-Plätze zählt vor allem die Gründerpersönlichkeit: „Wir wollen Leute, wo wir glauben, dass es Gründer sind und Gründerinnen. Das Produkt ist sekundär.“
Ein Ökosystem der kurzen Wege
Was vor sechs Jahren als Initiative der Wirtschaftsförderung begann, hat sich zu einem dichten Geflecht entwickelt. Zum Osnabrücker Kosmos gehören heute auch der OHA Osnabrück Healthcare Accelerator mit Fokus auf die Gesundheitswirtschaft, das SmartCityHouse, das Innovationen für die Stadt der Zukunft unterstützt, die Scalehouse Capital als regionaler Venture-Fonds mit rund 24 Millionen Euro Volumen und die Innovate!, die große jährliche Convention für die Szene. Die Erfolge sind messbar: Startups wie SeedForward, die mit biologischer Saatgutbeize den Agrarmarkt revolutionieren, oder hs-tumbler, deren Mischtechnologie sogar die Kapazität von Batterien verbessern kann, haben hier ihre Wurzeln.
Herausforderung Bildung
Trotz der Euphorie sieht Stöhr Baustellen – vor allem im Bildungssystem. Er fordert mehr unternehmerischen Geist an Schulen und Hochschulen. Entrepreneurship müsse eine gleichberechtigte Säule neben Lehre und Forschung werden. Sein Ziel bleibt es, Osnabrück als Heimat für „neuen Mittelstand“ zu festigen, in der Innovationen nicht nur erdacht, sondern auch wirklich umgesetzt werden.
Osnabrück zeigt, wie regionale Ökosysteme funktionieren, wenn Mittelstand, Hochschulen, Stadt und Kapitalgeber kohärent handeln. Für Gründer*innen, die Industrie‑ und AgriFood‑Probleme lösen wollen, ist die Region mehr als eine Alternative – sie ist Sprungbrett.
Wir sind hier nicht Silicon Valley. Wir sind eine Mittelstandsregion. Und wir müssen gucken, dass wir die Stärken, die wir haben, auch beibehalten.
– Florian Stöhr, Geschäftsführer des Seedhouse Osnabrück
Robotik-Talente 2026: Zukunft der Robotik in Niedersachsen
Kooperierende Roboter, sichere Mensch-Maschine-Interaktion und Landetechnik für den Mars: In der aktuellen Folge des Podcasts „Digital gedacht“ gewährt Niedersachsen.next spannende Einblicke in die Arbeit dreier ausgezeichneter Nachwuchsforschender. Sie wurden 2026 mit dem Robotik Talente Preis des Landes Niedersachsen geehrt – für Forschung, die weit über das Labor hinausweist.
Robotik made in Niedersachsen
Alle drei Gäste haben an der Leibniz Universität Hannover studiert und geforscht – und stehen exemplarisch für die Breite moderner Robotikforschung: Dr. Tobias Recker, frisch promoviert, untersucht, wie sich große Bauteile durch ganze Teams mobiler Roboter gemeinsam bewegen lassen. „Sobald viele Roboter zusammenarbeiten, wird das Einzelprogrammieren unpraktikabel“, sagt Recker. Seine Lösung: skalierbare Systemstrukturen, die Komplexität beherrschbar machen.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Podigee. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Ganz andere Höhen – oder besser gesagt Planeten – adressierte Jan Raffel in seiner Masterarbeit. Er entwickelte ein Regelungskonzept für den geplanten Mars Science Helicopter. Während der ersten Landung bleibt der Helikopter über ein Jetpack stabilisiert, bis er sicher abheben kann. „Der kritische Moment ist die Entkopplung – sie entscheidet über Erfolg oder Absturz“, erklärt Raffel.
Sicherheit als Schlüssel zur Industrie
Für Safae Ait Elhabti, Bachelor-Absolventin im Bereich Mechatronik, steht der Mensch im Fokus. Ihre Arbeit untersuchte sichere Reaktionsstrategien für parallele Roboter, wenn Menschen in Kontakt mit ihnen kommen. „Räumliche Parallel-Roboter haben den Vorteil, sehr präzise zu sein, werden aber aus Sicherheitsgründen bislang nicht in der Industrie genutzt“, so Elhabti. Ihr Ziel: Durch die von ihr entwickelnten Kontaktreaktionen, z. B. “Rückzug”, Robotik praxistauglich und vertrauenswürdig machen.
Robotik in Niedersachsen: Forschung trifft Anwendung
Alle drei sehen Niedersachsen auf einem guten Weg: mit starker Forschung, wachsendem Interesse an Low-Cost-Automatisierung und großem Potenzial für KMU. Tobias Recker bringt es auf den Punkt: „Wichtig ist, dass Spitzenforschung schneller in die Unternehmen kommt – und umgekehrt.“‑‑Automatisierung und großem Potenzial für KMU. Tobias Becker bringt es auf den Punkt: „Wichtig ist, dass Spitzenforschung schneller in die Unternehmen kommt – und umgekehrt.“
Auszeichnung mit Signalwirkung
Der Robotik Talente Preis zeigt, wie gezielte Förderung junge Forschende sichtbar macht und Talente im Land hält. Oder sie – wie im Fall Recker – für neue Erfahrungen ins Ausland schickt, um mit einer klaren Perspektive zurückzukehren. Ein starkes Signal für die Zukunft der Robotik in Niedersachsen.
„Wichtig ist, dass Spitzenforschung schneller in die Unternehmen kommt – und umgekehrt.“
– Dr. Tobias Recker, Robotik Talente Preisträger 2026
Open Organic Farm: Mit digitalen Tools im Gemüsebau erfolgreich
Ein digitaler Starthelfer für den Marktgarten: Die Folge des Podcasts Zukunft ernten – Acker, Wald und Tier dreht sich um die Frage, wie Menschen den Einstieg in den biointensiven Gemüsebau schaffen können. Denn trotz wachsendem Interesse fehlt vielen Gründer*innen und Gärtner*innen das nötige agronomische Wissen oder ein verlässliches Planungstool. Mit der Plattform Open Organic Farm wurde ein Instrument geschaffen, das genau diese Lücke schließt.
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Podigee. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Das Konzept der Marktgärtnerei bildet das Fundament des Projekts: kleine, strukturierte, hochproduktive Flächen, die eine standortangepasste, nachhaltige Bewirtschaftung ermöglichen. Gartenbaumeister Robert Franz beschreibt im Podcast die Faszination dahinter: „Wir wollen zeigen, dass professioneller Gemüsebau auf kleiner Fläche möglich ist – und dass die Planung kein Hindernis, sondern ein Werkzeug sein kann.“
Die Herausforderung: Wissen und Planung
Viele Einsteiger*innen stehen vor der gleichen Problematik: fehlendes Fachwissen, mangelnde Erfahrung in der Anbauplanung und wenig Ressourcen. „Selbst ausgebildeten Gärtner*innen fällt es oft schwer, einen kompletten Anbauplan zu erstellen,“ erklärt Franz. Das hemmt die Gründung von Marktgärten und Solawis (Solidarische Landwirtschaft) oder führt dazu, dass Betriebe aufgegeben werden, bevor sie wirtschaftlich werden können.
Der Lösungsansatz: Wissen digital vernetzen
Mit Open Organic Farm wurde ein mehrstufiges System entwickelt, das Wissen, Praxis und digitale Werkzeuge bündelt:
eine umfassende Wissensdatenbank zum bio‑intensiven Gemüsebau
schriftliche Anleitungen zum Aufbau eines kleinstrukturierten Betriebs
eine professionelle Videoreihe mit praktischen Tutorials
und vor allem: der Beetplaner
Softwareentwickler Christopher Bröker vom Startup Nature Robots erklärt dessen Funktion so: „Der Beetplaner verknüpft alle verfügbaren Wissensdaten automatisch und zeigt, welche Kultur wann auf welchem Beet sinnvoll ist.“
Der Beetplaner als Herzstück
Das Tool ermöglicht eine intuitive Planung, bei der Gärtner*innen Kulturen in einer Jahresübersicht verschieben und Kombinationen testen können. Das System passt Zeiträume, Anbauabfolgen und Kulturzeiten automatisch an – ein deutlicher Vorteil für Neueinsteiger*innen. „Das ist ein Gamechanger, weil wir damit den Planungsaufwand drastisch reduzieren,“ sagt Franz.
Vom Projekt zum langfristigen Angebot
Obwohl das Projekt formal abgeschlossen ist, bleibt die Plattform online und nutzbar – und wirkt somit über die Projektlaufzeit hinaus. Begleitet wurde die Entwicklung von Open Organic Farm vom Netzwerk EIP Agrar und Innovation Niedersachsen bei Niedersachsen.next und durch die Fördermaßnahme Europäische Innovationspartnerschaft „Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft“ (EIP Agri) finanziert. Unterstützend dabei waren auch das Netzwerk Kolibri und den Hof Dannwisch. Die Rückmeldungen sind positiv: Auf YouTube wird die Videoreihe bereits intensiv genutzt, und auch die Wissensdatenbank stößt auf großes Interesse.
Ein Werkzeug für die Zukunft des Gemüsebaus
Open Organic Farm zeigt, wie digitale Systeme helfen können, bio‑intensiven Gemüsebau zugänglicher zu machen – für angehende Profis, Solawis, aber auch Hobbygärtner*innen. Der Podcast macht deutlich: Der Wandel hin zu nachhaltigen, kleinstrukturierten Anbaumethoden braucht genau solche Tools, um in die Breite zu wirken.
Open Organic Farm: Der Beetplaner, Gartenbaumeister Robert Franz im Youtube-Video und die Gesprächsparnter*innen im Podcast: Dr. Katja Kulke (Niedersachsen.next Netzwer EIP Agri), Robert Franz und Softwareentwickler Christopher Bröker.
Schildkröte Michelangelo als Symbol für Effizienz und Mut
Gestatten, Michelangelo aus der Familie Turtle: Kopf, Panzer, Beine mit glänzender und matter, glatter und strukturierter Oberfläche, makellos geformt und zu 100 Prozent aus recyceltem Kunststoff. Die Schildkröte, freundliches Maskottchen für Nachhaltigkeit, ist im Konstruktionsbüro Hein längst mehr als nur ein Demonstrator. Sie ist Symbol für Effizienz und Mut und Antwort auf die Frage, die in vielen mittelständischen Unternehmen mitschwingt: Wie gelingt Transformation, ohne die eigene Identität zu verlieren?
Um darüber zu sprechen, haben Niedersachsen.next Themenmanager Mobilität Dr. Mathias Rechel und Contentmanagerin Angela Sielaff die Brüder Alexander und Samir Hein in ihrem Büro in Neustadt am Rübenberge besucht. Zwischen Bauteilmustern und Spritzguß-Modellwerkzeug wird schnell klar: Dieses Familienunternehmen ist voller Ideen und hervorragend vernetzt.
Gründungsjahr: 1986 Anzahl Mitarbeitende: 13
Konstruktionsbüro Hein GmbH Marschstraße 25 31535 Neustadt am Rübenberge
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Podigee. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.
Breit aufstellen, früh optimieren – und nie allein arbeiten
Gleich zu Beginn betont Alexander Hein, was den Wandel für ihr Unternehmen prägt: Breite statt Spezialisierung um jeden Preis. Hein konstruiert Werkzeuge und Bauteile für die Automobilindustrie, den Medizinbereich, Sicherheitstechnik, Elektronik und auch für die Spielzeugindustrie. Fast überall, sagt Alexander, seien heute Kunststoffbauteile im Einsatz – und ihre Expertise ist entsprechend gefragt.
Der Schlüssel dabei lautet: Probleme nicht erst lösen, wenn die Maschine steht. Mit dem Projekt „VORKON“ hat das Unternehmen ein Vorgehen etabliert, bei dem Bauteile in sehr frühen Entwicklungsphasen simuliert und optimiert werden. Fehler, die später teuer würden, ließen sich so vermeiden, erklären sie. Bindenähte, falsche Einspritzpunkte, zu große Wandstärken – typische Stolpersteine in der Produktentwicklung – werden im Idealfall verhindert, bevor sie überhaupt entstehen.
Samir Hein beschreibt es so: „Viele Probleme treten erst in der Musterung auf. Aber sie entstehen viel früher – beim Design.“ Genau hier sehen die Heins ihre Stärke: Jahrzehntelang gesammeltes Wissen aus der Werkzeugkonstruktion fließt direkt in die Produktentwicklung ein.
IsoForm: Energie sparen durch kluge Konstruktion
Die Brüder erzählen von IsoForm, ihrem eigenen Werkzeugkonzept, das nicht nur Bauteilqualität verbessert, sondern auch deutlich Energie spart. Der Clou dabei: Nur der konturgebende Bereich wird gezielt temperiert, der Rest bleibt kühl. Dadurch heizen Werkzeuge schneller auf, benötigen weniger Energie und kühlen rascher wieder ab.
Die Vorteile dabei zeigen sich in geringeren Zykluszeiten, niedrigeren Energiekosten, weniger Verschleiß und stabileren Produktionsprozessen. Hier kommt wieder Michelangelo ins Spiel. Die Schildkröte wurde im Rahmen eines Kooperationsprojekts gebaut, bei dem Unternehmen KraussMaffei Technologies, Contura MTC, Simpatec, Formconsult und Elix Polymers gemeinsam mit dem Konstruktionsbüro Hein an einem Ziel gearbeitet haben: Das Projekt Turtle zeigt, dass hochwertige Produkte aus Kunststoffrezyklaten problemlos möglich sind – und energieeffizient hergestellt werden können. Diese Botschaft richtet sich vor allem auch an die Automobilindustrie, die in Niedersachsen prägender Wirtschaftsfaktor ist.
Transformation braucht Vernetzung
Es ist ein Thema, das während des gesamten Gesprächs immer wieder auf den Tisch kommt: Vernetzung. Für ein kleines Unternehmen wie Hein – gerade einmal 13 Mitarbeitende – ist sie entscheidend. Die Heins kooperieren mit Instituten der Leibniz Universität Hannover, darunter dem LZH, IPH, PZH und dem IKK. Die Zusammenarbeit reicht von der Entwicklung neuer Technologien bis zu Forschungsprojekten rund um Nachhaltigkeit und effiziente Produktion.
Und auch innerhalb der Branche setzt das Konstruktionsbüro auf Austausch. Ihr Technologietag, den es seit 28 Jahren ausrichtet, vernetzt die komplette Wertschöpfungskette der Kunststoffverarbeitung – von Materialherstellern über Werkzeugbauer bis zu Maschinenbauern.
„Wenn Experten zusammenkommen, ist noch nie nichts dabei herausgekommen“, sagt Alexander Hein. Dieser Satz fasst gut zusammen, was ihn und sein Unternehmen antreibt: Gemeinsam lässt sich Transformation leichter gestalten als allein. Bescheiden und selbstbewusst sagt Samir Hein, dass sie als Hidden Champion gelten, der viel bewirkt – ohne großes Marketingbudget.
Was sie einzigartig macht? Die Kombination aus Familienbetrieb, hoher Fachkompetenz und flachen Hierarchien, die Fähigkeit, komplexe Prozesse ganzheitlich zu denken und der Wille, Wissen aktiv zu teilen. Transformation ist also vor allem auch eins: Eine Haltung.
Michelangelo, die Schildkröte, klemmt jetzt wieder im Spritzguß-Modellwerkzeug. Ihre mit Filzstift aufgemalte Brille zeigt, sie ist hellwach, und weist still darauf hin: Wer langsam, aber beständig vorausgeht – gut vernetzt, mutig und mit klarem Ziel –, kommt manchmal besser voran als die Schnellsten.
„Ich habe es bis jetzt noch nicht erlebt, dass, wenn Fachexperten aufeinandertreffen, nichts bei rauskam. Nur gemeinsam können wir unseren Markt stärken. Wir wollen früh genug optimieren. Sobald ein 3DTeil vorliegt, simulieren und optimieren wir, um frühzeitig zu verbessern, was nachher nicht mehr möglich ist. Mit unserer IsoForm-Methode für den Kunststoff-Spritzguß ist man deutlich schneller auf Verarbeitungstemperatur, kann die Prozesstemperatur effizienter halten und auch das Runterkühlen geht schneller. Man spart enorm viel Energie ein.“
– Alexander und Samir Hein
Mit Michelangelo demonstrieren Alexander Hein und Samir Hein ihre Unternehmensphilosophie, zeigen wie Zusammenarbeit und Vernetzung funktionieren, welche Vorteile ihre technologischen Entwicklungen VORkon und IsoForm bringen und haben so ein Symbol geschaffen – für Effizienz und Mut
Niedersachsen.next Themenmanager Mobilität Dr. Mathias Rechel (mitte) mit Alexander Hein (links) und Samir Hein (rechts).
Sie sehen gerade einen Platzhalterinhalt von Turnstile. Um auf den eigentlichen Inhalt zuzugreifen, klicken Sie auf die Schaltfläche unten. Bitte beachten Sie, dass dabei Daten an Drittanbieter weitergegeben werden.