Open Organic Farm: Mit digitalen Tools im Gemüsebau erfolgreich
Ein digitaler Starthelfer für den Marktgarten: Die Folge des Podcasts Zukunft ernten – Acker, Wald und Tier dreht sich um die Frage, wie Menschen den Einstieg in den biointensiven Gemüsebau schaffen können. Denn trotz wachsendem Interesse fehlt vielen Gründer*innen und Gärtner*innen das nötige agronomische Wissen oder ein verlässliches Planungstool. Mit der Plattform Open Organic Farm wurde ein Instrument geschaffen, das genau diese Lücke schließt.
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Mehr InformationenMarktgärten als Vorbild
Das Konzept der Marktgärtnerei bildet das Fundament des Projekts: kleine, strukturierte, hochproduktive Flächen, die eine standortangepasste, nachhaltige Bewirtschaftung ermöglichen. Gartenbaumeister Robert Franz beschreibt im Podcast die Faszination dahinter: „Wir wollen zeigen, dass professioneller Gemüsebau auf kleiner Fläche möglich ist – und dass die Planung kein Hindernis, sondern ein Werkzeug sein kann.“
Die Herausforderung: Wissen und Planung
Viele Einsteiger*innen stehen vor der gleichen Problematik: fehlendes Fachwissen, mangelnde Erfahrung in der Anbauplanung und wenig Ressourcen. „Selbst ausgebildeten Gärtner*innen fällt es oft schwer, einen kompletten Anbauplan zu erstellen,“ erklärt Franz. Das hemmt die Gründung von Marktgärten und Solawis (Solidarische Landwirtschaft) oder führt dazu, dass Betriebe aufgegeben werden, bevor sie wirtschaftlich werden können.
Der Lösungsansatz: Wissen digital vernetzen
Mit Open Organic Farm wurde ein mehrstufiges System entwickelt, das Wissen, Praxis und digitale Werkzeuge bündelt:
- eine umfassende Wissensdatenbank zum bio‑intensiven Gemüsebau
- schriftliche Anleitungen zum Aufbau eines kleinstrukturierten Betriebs
- eine professionelle Videoreihe mit praktischen Tutorials
- und vor allem: der Beetplaner
Softwareentwickler Christopher Bröker vom Startup Nature Robots erklärt dessen Funktion so: „Der Beetplaner verknüpft alle verfügbaren Wissensdaten automatisch und zeigt, welche Kultur wann auf welchem Beet sinnvoll ist.“
Der Beetplaner als Herzstück
Das Tool ermöglicht eine intuitive Planung, bei der Gärtner*innen Kulturen in einer Jahresübersicht verschieben und Kombinationen testen können. Das System passt Zeiträume, Anbauabfolgen und Kulturzeiten automatisch an – ein deutlicher Vorteil für Neueinsteiger*innen. „Das ist ein Gamechanger, weil wir damit den Planungsaufwand drastisch reduzieren,“ sagt Franz.
Vom Projekt zum langfristigen Angebot
Obwohl das Projekt formal abgeschlossen ist, bleibt die Plattform online und nutzbar – und wirkt somit über die Projektlaufzeit hinaus. Begleitet wurde die Entwicklung von Open Organic Farm vom Netzwerk EIP Agrar und Innovation Niedersachsen bei Niedersachsen.next und durch die Fördermaßnahme Europäische Innovationspartnerschaft „Produktivität und Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft“ (EIP Agri) finanziert. Unterstützend dabei waren auch das Netzwerk Kolibri und den Hof Dannwisch. Die Rückmeldungen sind positiv: Auf YouTube wird die Videoreihe bereits intensiv genutzt, und auch die Wissensdatenbank stößt auf großes Interesse.
Ein Werkzeug für die Zukunft des Gemüsebaus
Open Organic Farm zeigt, wie digitale Systeme helfen können, bio‑intensiven Gemüsebau zugänglicher zu machen – für angehende Profis, Solawis, aber auch Hobbygärtner*innen. Der Podcast macht deutlich: Der Wandel hin zu nachhaltigen, kleinstrukturierten Anbaumethoden braucht genau solche Tools, um in die Breite zu wirken.


