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Wie Müller I.E. mit innovativer Sensorik und Messtechnik neue Geschäftsfelder erschließt

Sensoren für Theaterkulissen, Zementwerke, Schiffe oder die Luftfahrt: Die Müller Industrie-Elektronik GmbH aus Neustadt am Rübenberge entwickelt Messtechnik für anspruchsvolle Anwendungen, bei denen Präzision und Zuverlässigkeit entscheidend sind. Clustermanager Stefan Wulf besuchte Gründer Matthias Müller und sprach mit ihm darüber, wie technische Neugier seit mehr als drei Jahrzehnten immer wieder neue Geschäftsfelder eröffnet.

„Egal wo, in der Industrie wird Messtechnik gebraucht“, sagt Matthias Müller. Entsprechend vielseitig sind die Einsatzbereiche der Lösungen von Müller I.E.: von der Kran- und Transporttechnik über den Schiffbau und die Luftfahrt bis hin zur Lebensmittelindustrie und zum Maschinenbau. Statt sich auf eine Branche zu konzentrieren, setzt das Unternehmen auf individuelle Lösungen dort, wo Standardprodukte an ihre Grenzen stoßen.

Gründungsjahr: 1992

Anzahl Mitarbeitende: 120

Müller Industrie-Elektronik GmbH
Justus-von-Liebig-Straße 24
31535 Neustadt am Rübenberge

Telefon +49 5032 9672 – 111
Email: info@mueller-ie.com

Von der Sensorik-Leidenschaft zum Mittelstand

Schon früh begeisterte sich Matthias Müller für Sensoren und Messtechnik. Nach seiner Ausbildung zum Informationselektroniker gründete er 1992 sein eigenes Unternehmen, um eigene Ideen umzusetzen. Einer der ersten größeren Aufträge führte zum Keksfabrikanten Bahlsen: Dort entwickelte Müller eine Lösung, die dafür sorgte, dass Dominosteine in den Verpackungen gleichmäßig angeordnet wurden und Produktionsprozesse zuverlässig abliefen.

Aus dem jungen Betrieb hat sich ein inhabergeführtes mittelständisches Unternehmen mit Kunden in unterschiedlichsten Branchen entwickelt – das mittlerweile fast 35 Jahre Erfahrung mitbringt.

Nischen erkennen und Wissen übertragen

Ein wesentlicher Erfolgsfaktor sind Anwendungen in hochspezialisierten Märkten. Ein Beispiel ist die Theatertechnik: Über Bühnen bewegen sich schwere Kulissen, während darunter Menschen arbeiten. Für diesen Bereich entwickelte Müller Industrie-Elektronik eine dynamische Lastmessung, die bei Gefahr eine sichere Abschaltung auslöst. Aus dieser Lösung entstanden weitere Produkte und Patente. Das Unternehmen übertrug sein Know-how anschließend auf andere Einsatzfelder, darunter der Brücken- und Schiffbau, die Luftfahrt sowie industrielle Anlagen. Eine eigene Abteilung begleitet dabei die erforderlichen Zertifizierungsprozesse.

Von Sensoren zu intelligenten Systemen

Mit der Digitalisierung verändern sich auch die Anforderungen an Messtechnik. Sensoren liefern heute nicht mehr nur einzelne Messwerte, sondern stellen Daten für Analysen und vernetzte Produktionsprozesse bereit. Müller Industrie-Elektronik entwickelt sein Portfolio daher kontinuierlich weiter und arbeitet dabei eng mit Hochschulen und Fraunhofer-Einrichtungen zusammen. Ein aktuelles Beispiel ist die Entwicklung eines Sensors zur Erkennung von Verschmutzungen in Behältern der Sojaverarbeitung. Das Unternehmen verbindet dabei seine Erfahrung in der Sensorik mit den speziellen Anforderungen der Lebensmittelindustrie.

Trotz internationaler Geschäftstätigkeit bleibt das Unternehmen seinem Standort Neustadt am Rübenberge treu: Hier ist das Zentrum für Entwicklung und Produktion. Viele Produkte entstehen in Handarbeit und in kleinen Serien. Dennoch automatisiert das Unternehmen gezielt einzelne Schritte. Ein Cobot sortiert Platinen für die Programmierung. Ein weiterer Roboter soll künftig den Harz-Verguss übernehmen. Auch humanoide Roboter könnten künftig bei flexiblen Tätigkeiten in Kleinserien unterstützen.

Neue Ideen in der nächsten Generation

Auch Müllers 17-jähriger Sohn Marlo Flegel hat bereits ein eigenes Unternehmen namens Onyx Holding gegründet. Mit einer KI-basierten Lösung will er mittelständischen Betrieben helfen, Wissen zu sichern und Abläufe zu verbessern. Das System analysiert Prozesse und schlägt mögliche Automatisierungen, z.B. für die Buchhaltung vor. Ein Mensch prüft und bestätigt den Vorschlag, bevor das System den neuen Ablauf einrichtet.

Kontakte schaffen neue Möglichkeiten

Für Matthias Müller sind technisches Know-how und Innovationskraft nur ein Teil des Erfolgs. Ebenso wichtig sind Netzwerke, Sichtbarkeit und der Austausch mit anderen Unternehmen. „Wer uns nicht kennt, wird niemals bei uns einkaufen“, sagt er. Genau hier setzt auch Niedersachsen.next an: Durch die Vernetzung von Unternehmen, Forschungseinrichtungen und weiteren Partnern entstehen neue Kooperationen, Projekte und Geschäftsmöglichkeiten. Für Automotive-Clustermanager Stefan Wulf zeigt der Besuch vor allem eines: Transformation ist bei Müller Industrie-Elektronik kein einmaliges Projekt, sondern Teil der Unternehmens-DNA. Neue Technologien, neue Anwendungen und neue Kontakte eröffnen immer wieder neue Perspektiven. Oder, wie Matthias Müller es formuliert:

„Egal wo, in der Industrie wird Messtechnik gebraucht.“

„Wer uns nicht kennt, wird niemals bei uns einkaufen“

– Matthias Müller, Müller Industrie Elektronik

Bilder: Niedersachsen.next

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