Machen einfach machen: Wie der Hafven in Hannover entstand
In dieser Folge des Niedersachsen.next Startup Podcasts sprechen wir mit Jonas Lindemann, Mitgründer und Geschäftsführer des Hafven. Er erzählt eine außergewöhnliche Gründungsreise, die von ersten Unternehmungen im Keller über Coworking-Pioniere in Hannover bis zur Entstehung eines der größten Innovationshubs im deutschsprachigen Raum führt.
Vom Kellerstartup zum Serial Entrepreneur
Jonas Lindemann gründete sein erstes Unternehmen mit Anfang 20: zusammengeschraubte Computer, verkauft über eBay. „Es hat mich gepackt, ich bin früh infiziert worden vom Auf und Ab des Unternehmertums“, sagt er im Podcast. Es folgten ein Gameserver‑Hosting, eine Werbeagentur und Beratungsarbeit rund um Markenbildung und digitale Produkte.
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Mehr InformationenEdelstall – der Anfang einer Bewegung
Über das Coworking‑Projekt Edelstall lernte Jonas eine neue Form des Arbeitens kennen. Was heute selbstverständlich scheint, war damals erklärungsbedürftig. „Wir mussten den Leuten erklären, dass es okay ist, keinen festen Arbeitsplatz zu haben“, erinnert er sich. Gerade diese Offenheit führte dazu, dass Menschen sich gegenseitig beobachteten, voneinander lernten – und schneller kooperierten.
Die Weltreise als Wendepunkt
2015 ging Jonas für anderthalb Jahre auf Weltreise, unter anderem nach Australien und Südostasien. Statt Auszeit arbeitete er remote weiter. „Ich brauchte erst mal drei Monate, um runterzukommen und überhaupt zu verstehen, was ich will“, erzählt er. Die Reise wurde zur Phase der Selbstreflexion – und zur frühen Erfahrung mit ortsunabhängigem Arbeiten.
Hafven: Ein Leuchtturm für die Gründungskultur
Nach seiner Rückkehr bündelten die Teams von Edelstall und den Werkstätten Die Werke ihre Kräfte. Ziel war ein Ort, der Arbeiten, Produzieren und Begegnung verbindet. „Wir hatten das Gefühl, dass die Summe der Teile größer wird, wenn wir alles zusammenführen“, sagt Jonas.
Heute ist der Hafven heute einer der größten Coworking‑ und Makerspaces in Deutschland. Büroarbeitsplätze, Werkstätten, Café und Eventflächen vereinen sich zu einem Ort, an dem Kreative, Solo‑Selbstständige, Startups und zunehmend auch Konzernmitarbeitende zusammenkommen.
„Die Magic liegt darin, dass Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen hier gemeinsam etwas machen wollen“ – Jonas Lindemann, Hafven Hannover
Warum Social Media nicht mehr reicht
Mit dem Wachstum der Hafven‑Community wird deutlich: Persönliche Verbindungen lassen sich nicht mehr allein durch Community‑Manager herstellen. Daraus entsteht die Idee zu coapp. „Unsere Community hat uns gesagt: Gebt uns ein Tool, mit dem wir uns selbst vernetzen können.“ coapp ist heute eine eigenständige Software‑Firma, die Communities hilft, ihre Mitglieder sichtbar zu machen, Verbindungen zu fördern und Mehrwert zu monetarisieren – etwa über Mitgliedschaften oder Buchungen. „Social Media ist nicht mehr social, sondern vor allem Media“, so Lindemann. „Menschen wollen kleinere, geschützte Räume mit echter Relevanz.“
Gemeinschaft als Zukunftsmodell
Ob Unternehmen, Hochschulen oder Wirtschaftsnetzwerke: Lindemann ist überzeugt, dass Communities zur zentralen Organisationsform der Zukunft werden. Unterstützt durch KI und datenbasierte Ansätze sollen künftig genau die Verbindungen entstehen, „aus denen reale Zusammenarbeit wird“.
Sein Rat an Gründerinnen und Gründer bleibt dabei bodenständig: Austauschen, ehrlich bleiben – und anfangen. „Wenn es euch im Bauch kitzelt, dann probiert es aus. Sonst macht es keiner.“