24.04.2026 2 Min. Lesezeit
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Soziale Innovationen
Podcast

Vom Pilotprojekt zum Alltag – Wie Technologien fürs Alter wirklich ankommen

Technik ist da – der Alltag hinkt hinterher

Seit Jahren werden Assistenzsysteme gefördert, getestet und evaluiert. Sensoren erkennen Stürze, Systeme melden Gefahren. „Technisch klappt das alles“, sagt Dr. Julian Stubbe von der VDI/VDE Innovation + Technik GmbH. Trotzdem gelangen nur wenige Projekte in den Regelbetrieb. In Evaluationen europäischer Programme liegt die Quote bei rund zehn bis fünfzehn Prozent.

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„Wir haben kein Technikproblem, sondern ein Problem der passenden Anwendungsszenarien und der Ansprache.“
– Delia Balzer

Pilotitis als strukturelles Problem

Stubbe beschreibt dieses Phänomen als „Pilotitis“. Projekte funktionieren im Modellbetrieb, finden aber keinen Markt. Gründe sind zum Beispiel fehlende Zertifizierungen und unrealistische Annahmen über Zahlungsbereitschaft im Privatmarkt. „Das ist kein Einzelfall, sondern ein systemisches Problem“, so Stubbe.


„Wir haben viele Projekte, die technisch sehr gut funktionieren – aber nur zehn bis fünfzehn Prozent werden am Ende wirklich zu Produkten.“
– Dr. Julian Stubbe

Pflegeeinrichtungen als Schlüssel

Erfolgreicher sind Projekte, die zunächst mit Pflegeeinrichtungen arbeiten. Ein Beispiel ist ein Infrarot‑Überwachungssystem, das erst im professionellen Umfeld eingesetzt wurde. Dort existieren klare Pflichten und Budgets. Erst danach wurde der Weg in den Privatmarkt möglich.

Partizipation entscheidet über Wirkung

Delia Balzer von der Landesinitiative Niedersachsen „Generationengerechter Alltag“ betont: „Wir haben kein Technikproblem, sondern ein Anwendungsproblem.“ Viele Lösungen seien an Lebensrealitäten vorbeientwickelt worden. Maxie Lutze ergänzt, dass echte Partizipation mehr sei als Feedback. Sie ist ein Weg, um überhaupt zu verstehen, was im Alltag funktioniert – und was nicht. Wenn sich dadurch Innovationen im Prozess verändern, passen Lösungen besser in reale Lebens- und Versorgungskontexte.

Erproben schafft Vertrauen

Reallabore und Musterwohnungen bieten die Möglichkeit, Technik zu erleben. Sie senken Berührungsängste und liefern belastbares Feedback. In Niedersachsen existieren solche Angebote punktuell, etwa beim kommunalen Seniorenservice in Hannover. Der Aufwand bleibt hoch – doch der Nutzen ist klar.


„Echte Partizipation beginnt dort, wo Perspektiven Einfluss auf Entscheidungen haben – und nicht nur Feedback gesammelt wird.“
– Maxie Lutze

Fazit

Digitale Assistenz im Alter braucht Zeit, klare Märkte und reale Beteiligung. Wer früh auf Praxisnähe setzt, vermeidet teure Umwege. Der Podcast zeigt, wie aus Projekten verlässliche Lösungen werden können.


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