XR im Arbeitsalltag: Virtual Reality ist inzwischen echter Nutzen für Unternehmen und Verwaltung
Virtual Reality galt lange als spannende Demonstration auf Messen. In der aktuellen Folge des Podcasts „Digital gedacht“ zeigt sich jedoch ein anderes Bild. XR-Technologien werden inzwischen genutzt, um Mitarbeitende zu schulen, Abläufe vorzubereiten und komplexe Aufgaben sicherer zu machen. Zu Gast sind Gunnar Gertzen von locomotionVR aus Hannover und Marcel Herrmann von VReedback aus Osnabrück. Beide arbeiten seit Jahren mit immersiven Technologien und erleben, wie sich die Einsatzgebiete verändern.
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Mehr InformationenVom Messeeffekt zum Arbeitswerkzeug
Noch vor wenigen Jahren stand häufig der Überraschungseffekt im Vordergrund. Unternehmen präsentierten VR-Anwendungen als Zeichen ihrer Innovationsbereitschaft. Inzwischen geht es stärker um den praktischen Nutzen. „Die Entscheider in den Firmen haben dann selber mal eine Brille aufgesetzt und haben verstanden, dass es ein Werkzeug ist“, sagt Gunnar Gertzen. Genau dieser Wandel prägt die aktuelle Entwicklung. XR wird dort eingesetzt, wo reale Übungen teuer, gefährlich oder organisatorisch aufwendig sind.
Lernen, bevor es ernst wird
Ein Beispiel ist die Wartung von Windkraftanlagen. Mit virtuellen Modellen lassen sich Arbeitsabläufe trainieren, bevor Techniker überhaupt auf eine Anlage fahren. Besonders interessant wird das bei Offshore-Anlagen. Wetter, Anfahrt und Ausfallzeiten verursachen hohe Kosten. Wer Arbeitsschritte vorher virtuell übt, spart Zeit und reduziert Fehler. Auch Feuerwehren, Polizei und Justiz setzen inzwischen auf virtuelle Trainingsräume. Seltene oder kritische Situationen lassen sich wiederholt üben, ohne den laufenden Betrieb zu beeinträchtigen.
Kommunikation trainieren statt nur darüber sprechen
Marcel Herrmann verfolgt mit seinem Unternehmen einen anderen Ansatz. VReedback entwickelt virtuelle Gesprächssituationen für Sprach- und Kommunikationstrainings. Menschen sprechen dabei mit KI-gestützten Avataren und erhalten direkt Rückmeldungen. Das hilft beispielsweise beim Erlernen von Fremdsprachen, bei Präsentationen oder bei schwierigen Gesprächssituationen im Beruf. „Wenn es ein Gag ist, dann bleibt es auch in der Ecke liegen“, sagt Herrmann. Entscheidend sei deshalb, dass die Anwendungen im Alltag tatsächlich genutzt werden.
Warum Emotionen wichtig sind
Ein zentrales Thema der Podcast-Folge ist die Verbindung von Lernen und Erleben. Gunnar Gertzen berichtet von einem persönlichen Beispiel. Durch zahlreiche virtuelle Flüge auf einem Harry-Potter-Besen während der Entwicklung einer Anwendung konnte er seine eigene Höhenangst teilweise überwinden. Für ihn zeigt das, warum XR so wirksam sein kann. Erfahrungen werden nicht nur beobachtet, sondern unmittelbar erlebt. „VR ist nicht sehen, sondern VR ist sein.“ Genau darin liegt der Unterschied zu klassischen Schulungsformaten. Die Technologie erzeugt ein Gefühl von Präsenz und macht Situationen erfahrbar.
Unterstützung für Unternehmen und Verwaltung
Wer die Möglichkeiten von XR kennenlernen möchte, findet Unterstützung beim XR CAMPUS von Niedersachsen.next. Dort können Unternehmen und Verwaltungen Anwendungen ausprobieren und sich unabhängig beraten lassen.
Die Podcast-Folge macht deutlich: Nicht jede Organisation braucht XR. Dort, wo komplexe Aufgaben vermittelt, Risiken reduziert oder Menschen auf reale Situationen vorbereitet werden sollen, kann die Technologie heute jedoch einen konkreten Beitrag leisten.
Mit XR können wir individuell und sicher simulieren, trainieren und auswerten – das ist Lernen auf einem neuen Level.
– Marcel Herrmann, Fa. VReedback und XR CAMPUS-Experte
Mit Virtual Reality kann ich Dinge erleben, die kein anderes Medium ermöglicht – VR ist nicht nur sehen, sondern sein.
– Gunnar Gertzen, Fa. LocomotionVR und XR CAMPUS-Experte