Digital Gedacht: Low-Code und KI – Vom Verwaltungsprozess zur digitalen Anwendung
Wie lassen sich Verwaltungsabläufe schneller digitalisieren, ohne aus einem schlechten analogen Prozess lediglich einen schlechten digitalen Prozess zu machen? Darüber sprechen wir in der aktuellen Folge von „Digital Gedacht“ mit Karsten Noack und Senem Akcam.
Im Podcast „Digital Gedacht“ wirft Moderatorin Angela Sielaff einen Blick in den digitalen Maschinenraum der niedersächsischen Landesverwaltung. Beim German Low-Code Day in Hannover spricht sie mit Karsten Noack, Vorstandsvorsitzender der Low-Code Association, und Senem Akcam vom Niedersächsischen Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie Low-Code und künstliche Intelligenz die Digitalisierung der Verwaltung beschleunigen können.
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Mehr InformationenLow-Code-Plattformen stellen vorgefertigte Bausteine bereit, mit denen sich Anwendungen mit deutlich weniger manueller Programmierung entwickeln lassen. Ein Werkzeug für beliebige Apps per Knopfdruck sind sie jedoch nicht. Auch Low-Code-Projekte brauchen klare Anforderungen, professionelles Projektmanagement und technisches Fachwissen.
Anwendungen gemeinsam entwickeln und nutzen
Besonders geeignet ist die Technologie für strukturierte und wiederkehrende Verwaltungsprozesse. In der niedersächsischen Landesverwaltung wurden beispielsweise Anwendungen für Fortbildungsanträge und Onboarding-Prozesse umgesetzt. Solche Lösungen sollen nicht nur in einem einzelnen Ressort eingesetzt werden. Nach dem Prinzip „Einer für alle“ können weitere Behörden sie übernehmen und an ihre Anforderungen anpassen.
Vor der technischen Umsetzung steht allerdings die Analyse des Prozesses. „Geschäftsprozessmanagement und Low-Code gehen Hand in Hand“, betont Senem Akcam. Werden unnötige Arbeitsschritte und Medienbrüche nicht vorher beseitigt, entsteht aus einem schlechten analogen Prozess lediglich ein schlechter digitaler Prozess.
Klare Verantwortlichkeiten von Anfang an
Die Entwicklung der Anwendung ist dabei oft nicht die größte Herausforderung. Geklärt werden müssen auch Zuständigkeiten, Datenschutz, Informationssicherheit, Barrierefreiheit, Support und langfristiger Betrieb. Gerade für nachnutzbare Lösungen braucht die Verwaltung gemeinsame Standards und verlässliche Strukturen.
Zusätzlich verändert künstliche Intelligenz die Entwicklung. Sie kann Anforderungen auswerten, erste Prototypen erstellen und Beschäftigte bei Routinetätigkeiten unterstützen. Entscheidungen über sensible oder schützenswerte Daten müssen jedoch weiterhin in einem kontrollierten Rahmen bleiben.
Klein anfangen, strategisch denken
Für den Einstieg rät Akcam, klein anzufangen und zugleich strategisch zu denken. Entscheidend sei, einen Prozess mit erkennbarem Nutzen auszuwählen, die späteren Anwenderinnen und Anwender frühzeitig einzubeziehen und die organisatorischen Voraussetzungen von Beginn an mitzudenken.
Die Folge zeigt: Low-Code macht Digitalisierung nicht automatisch einfach. Richtig eingesetzt kann die Technologie aber den Weg von einer guten Idee zu einer funktionierenden digitalen Lösung deutlich verkürzen.
Es macht keinen Sinn, einen analogen Prozess eins zu eins in eine digitale Lösung zu überführen. Man muss sich die Prozesse vorher schon genau anschauen, verstehen und schauen, wie man sie vereinfachen und optimieren kann.
Senem Akcam, Nds. Ministerium für Inneres, Sport und Digitalisierung
Die Qualität von Low-Code-Anwendungen ist in der Regel viel höher als die von manuell programmierten Anwendungen. Dadurch, dass vorgefertigte Funktionalität angeboten wird, sind nicht so viele individuelle Fehler in der Software drin.
Karsten Noak, Vorstandsvorsitzender der Low Code Association