Neue Hoffnung bei seltenen Autoimmunerkrankungen
Ein Forschungsteam der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), des TWINCORE und des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung (HZI) entwickelt im Projekt „PREDICT‑CTD“ ein präziseres Diagnoseverfahren für Kollagenosen. Ziel ist es, die zugrunde liegenden Entzündungsmechanismen – ausgelöst entweder durch B‑Zellen oder Typ‑1‑Interferone – gezielt zu identifizieren, um individuell passende Therapien auszuwählen. Geleitet wird das Projekt von Dr. Dr. Theresa Graalmann und Prof. Yannic Bartsch, die damit die bislang übliche Therapie nach dem Prinzip „Ausprobieren“ ablösen wollen.
Für die Studie sollen rund 200 Kinder und 2.000 Erwachsene untersucht werden, unter anderem anhand von Blut-, Gewebe- und genetischen Analysen. Das auf fünf Jahre angelegte Vorhaben startet am 1. Juli 2026 und wird mit 2,7 Millionen Euro aus dem Programm „zukunft.niedersachsen“ vom Land Niedersachsen und der VolkswagenStiftung gefördert.
Kollagenosen gehören zu den seltenen entzündlich-rheumatischen Autoimmunerkrankungen. Dabei greift das Immunsystem den eigenen Körper an, insbesondere das Bindegewebe. Jedes Organ kann betroffen sein und der Krankheitsverlauf ist sehr unterschiedlich, was die Diagnose und Behandlung besonders anspruchsvoll macht.
Innovative Ansätze wie PREDICT-CTD könnten künftig dazu beitragen, Diagnosen früher und präziser zu stellen und Therapien gezielter einzusetzen – ein wichtiger Schritt hin zu einer personalisierten Medizin für Betroffene.
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