Schlüsselregion: Der Nordwesten Niedersachsens als „Net-Zero Valley“ offiziell anerkannt
Der Nordwesten Niedersachsens ist offiziell als „Net Zero Nordwest Deutschland“ anerkannt. Mit der Würdigung als Net-Zero Valley im EWE Forum ALTE FLEIWA in Oldenburg positioniert das Land die Region als europäische Schlüsselregion für industrielle Transformation und Klimaneutralität.
Größter Transformationsraum in Europa
Die Anerkennung bringt konkrete Vorteile: schnellere Genehmigungen, klare Ansprechpartner*innen für Projekte, bessere Industrieflächen sowie neue Perspektiven für Förderung und Innovation. Acht Landkreise und drei kreisfreie Städte bilden damit einen der größten zusammenhängenden Transformationsräume für Netto-Null-Technologien in Europa.
Niedersachsens Ministerpräsident Olaf Lies betonte die Signalwirkung der Anerkennung. Das Net-Zero Valley sei das Ergebnis eines großen gemeinsamen Projekts, getragen von Engagement auf europäischer, bundes-, landes- und regionalpolitischer Ebene. Ihr Dank galt allen Beteiligten. Entscheidend sei zudem, stärker regional zu denken, denn dort findet Umsetzung statt. Die besondere Stärke des Nordwestens liege in seiner Struktur: Dort, wo die Energie entsteht, soll auch industrielle Wertschöpfung erfolgen – das ist der klare Mehrwert der Region mit Strahlkraft für ganz Europa.
Generaldirektorin Kerstin Jorna von der Europäischen Union hob hervor, dass Net-Zero-Valleys einen zentralen Beitrag zur lokalen Wertschöpfung, zur Souveränität und zur strategischen Unabhängigkeit Europas leisten. In solchen Regionen bündelt sich enormes Entwicklungspotenzial, weil Technologie, Wissen und Innovation gezielt zusammengeführt werden. Genau daraus entsteht die notwendige Net-Zero-Acceleration.
Regionalentwicklung ergänzt Net-Zero Valley
Der neue Landesbeauftragte für regionale Landesentwicklung Nikolaus Jansen, der seit dem 1. Mai 2026, das Amt für regionale Landesentwicklung Weser-Ems leitet, zeichnete den Weg von einer systematischen Bestandsaufnahme zentraler Themen hin zu einer Region für Netto-Null-Technologien nach. Das Net-Zero Valley werde dabei durch eine strategische Regionalentwicklung ergänzt, die den Transformationsprozess gezielt beschleunigt und verstetigt.
Seine Aufgabe ist es, positive Impulse für eine nachhaltige Entwicklung in allen Teilen Niedersachsens zu geben und dazu beizutragen, regionale Ungleichgewichte zu beheben. Gemeinsam mit den Akteur*innen vor Ort wird er insbesondere ressortübergreifende regionale Entwicklungskonzepte und Förderprojekte initiieren, koordinieren, bündeln und umsetzen.
Dabei steht er im engen Kontakt mit den Kommunen und den siebzehn Landkreisen und kreisfreien Städten in Weser-Ems. Gleichzeitig hat er einen direkten Draht in die Ministerien, um die Belange der Region bei der Landesregierung in Hannover zu vertreten.
Zusammenarbeit als Stärke
In der darauffolgenden Paneldiskussion betonte die Ministerin für Europa und Regionale Landesentwicklung, Melanie Walter, dass Regionalentwicklung über kommunale Grenzen hinaus gedacht werden müsse. Gerade diese Zusammenarbeit sei eine besondere Stärke, weil sie mehr Sichtbarkeit, stärkere Vermarktung und größere Wirkung ermögliche.
Christian Meyer, Niedersächsischer Minister für Umwelt, Energie und Klimaschutz, machte deutlich, dass der massive Ausbau erneuerbarer Energien zwingend beschleunigt werden müsse. Das Valley könne dabei als Vorbild dienen, indem es Schlüsseltechnologien gezielt fördert. Jetzt komme es vor allem darauf an, schnell in die Umsetzung zu gehen.
Markus Heß vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie unterstrich die Rolle des Bundes als engagierten Unterstützer. Auf Bundesebene fungiert die GTAI als zentrale Ansprechpartnerin für die Net-Zero-Valleys, die in der internationalen Außenkommunikation gezielt hervorgehoben werden.
Für die Industrie- und Handelskammer Oldenburg brachte Jan Müller die Perspektive der Wirtschaft ein: Auf regionaler Ebene brauche es vor allem Zuverlässigkeit, Schnelligkeit und Transparenz bei Genehmigungen und Umsetzung. Unternehmen müssten klar erkennen können, welche Ansiedlungen möglich sind – nur so entstehe Investitionssicherheit.
Niedersachsen.next als Partner
Der Fachbereich Energie von Niedersachsen.next unterstützt die niedersächsische Landesregierung dabei bei der Planung und Durchführung von Austauschformaten, der Kommunikation des Net Zero Valley auf Veranstaltungen sowie als verlässlicher Partner, der bei möglichen Fragestellungen rund um das Valley unterstützt und beratend zur Seite steht.
Eine gelungene Veranstaltung, aber noch viel wichtiger: Ein starkes Signal für Unternehmen, Investoren und Fachkräfte – und für Niedersachsens Rolle als führender Standort klimaneutraler Wertschöpfung.





