04.08.2026 4 Min. Lesezeit
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Data Space Accelerator ermöglicht Einstieg in Catena-X mit bis zu 30.000 Euro

Mit inzwischen über 900 angeschlossenen Organisationen aus mehr als 35 Ländern hat sich Catena-X bereits zu einem globalen Standard für den Datenaustausch in der Automobilindustrie entwickelt. Für Unternehmen wird die Teilnahme zunehmend zur strategischen Notwendigkeit.

Catena-X ermöglicht eine effizientere Zusammenarbeit, mehr Lieferkettenresilienz und Nachhaltigkeit sowie eine bessere Rückverfolgbarkeit von Produkten und Materialien. Außerdem ist es Grundlage für neue datenbasierte Geschäftsmodelle. Bereits jetzt tauschen 8 der 10 größten Automobilzulieferer Daten über Catena-X aus.  

Im Rahmen einer vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geförderten Studie zur Einführung von Datenräumen haben Unternehmen der Automobil- und Zulieferindustrie nun die Möglichkeit, bei einem Anschluss an das Datenökosystem Catena-X bis zu 30.000 Euro zu erhalten.

Die Studie wird von der International Data Spaces Association (IDSA), bei der Niedersachsen.next Mitglied ist, zusammen mit Catena-X sowie Cofinity-X koordiniert. Das 2023 gegründete Joint Venture Cofinity-X betreibt die Infrastruktur des Catena-X-Datenraums, stellt digitale Identitäten bereit und bietet einen Marktplatz für zertifizierte Apps und Services.

Zielgruppe der Studie sind insbesondere KMU der Automobil- und Zulieferindustrie, die noch nicht an Catena-X angeschlossen sind. Die Studie läuft nur 2026 und hat ein Volumen von 23 Millionen Euro. Der gesamte Prozess, von der Bewerbung über die Datenraum-Registrierung bis zur Auszahlung, muss noch 2026 abgeschlossen werden.

Mehrwerte für Unternehmen

Die Teilnahme an Catena-X kann Unternehmen spürbar entlasten. Zertifikate und Nachweise müssen nicht mehr mit jedem Partner einzeln ausgetauscht werden, sondern können zentral bereitgestellt und automatisiert geteilt werden. Gleichzeitig erleichtert Catena-X die Erfüllung regulatorischer Anforderungen, etwa für den Digitalen Produktpass oder den Batteriepass.

Viele OEMs treiben den Datenaustausch über Catena-X bereits aktiv voran und verankern entsprechende Anforderungen immer häufiger in ihren Lieferantenbeziehungen.

Der Einstieg ist dabei einfacher, als häufig vermutet wird. Catena-X erfordert kein großes IT-Projekt und keine umfangreichen Vorkenntnisse. Unterstützungsangebote und strukturierte Onboarding-Prozesse erleichtern insbesondere kleinen und mittleren Unternehmen den Zugang zum Datenraum.

Der Basispfad

Der Company Certificate Management (CCM) Use Case bildet den Basispfad für den Einstieg in Catena-X. Unternehmen, die diesen Anwendungsfall erfolgreich umsetzen, können eine Vergütung von 15.000 Euro netto erhalten.

CCM ermöglicht den standardisierten Austausch von Zertifikaten über den Eclipse Dataspace Connector (EDC). Statt Dokumente mehrfach in unterschiedliche Portale hochzuladen, werden Zertifikate über eine zentrale und interoperable Schnittstelle bereitgestellt. Aktualisierte Dokumente werden automatisch mit den berechtigten Partnern synchronisiert, sodass der manuelle Verwaltungsaufwand deutlich sinkt.

Aufgrund seines klar abgegrenzten Umfangs und des vergleichsweise geringen Implementierungsaufwands gilt CCM als idealer Einstiegspunkt in Catena-X. Unternehmen lernen die grundlegenden Prinzipien des Datenraums kennen und schaffen gleichzeitig eine Basis für weitere Anwendungsfälle. Für viele Zulieferer ist CCM daher der erste praktische Schritt in das Catena-X-Ökosystem. Für den Erhalt des Data-Readiness-Zertifikats genügt bereits ein Datenaustausch mit Dummy-Daten über Cofinity-X.

Der erweiterte Pfad

Der erweiterte Pfad baut auf dem Use Case Company Certificate Management (CCM) auf und ergänzt ihn um einen weiteren Anwendungsfall, beispielsweise Product Carbon Footprint (PCF) oder Traceability. Unternehmen, die neben CCM einen zweiten Use Case produktiv umsetzen, können weitere 15.000 Euro netto erhalten.

Der Use Case Product Carbon Footprint (PCF) bietet einen einheitlichen Standard für die Berechnung und den Austausch von CO₂-Fußabdrucksdaten entlang der gesamten automobilen Wertschöpfungskette. Anstelle unterschiedlicher Berechnungsmethoden und isolierter Datenformate nutzen die teilnehmenden Unternehmen ein gemeinsames Regelwerk, einen Austauschstandard und einen technischen Rahmen. Dadurch werden Emissionsdaten vergleichbar, vertrauenswürdig und über Unternehmensgrenzen hinweg nutzbar. Gleichzeitig können Unternehmen verstärkt auf tatsächliche Primärdaten aus ihrer Lieferkette zurückgreifen, anstatt mit pauschalen Durchschnittswerten zu arbeiten.

Der Use Case Traceability ermöglicht die lückenlose Rückverfolgung von Bauteilen und Materialien über mehrere Zulieferstufen hinweg. Das schafft mehr Transparenz in der Lieferkette und unterstützt sowohl das Qualitätsmanagement als auch den Umgang mit Rückrufaktionen. Treten Fehler auf, können betroffene Fahrzeuge, Bauteile oder Chargen gezielt identifiziert werden, ohne vorsorglich größere Produktionsmengen zurückrufen zu müssen. Dadurch lassen sich Kosten senken und Risiken schneller eingrenzen.

Weitere Informationen

Kontakt:

Bei Fragen zu Datenökosystemen, Datenräumen oder dem Data Space Accelerator wenden Sie sich bitte an Moritz Forster, Niedersachsen.next Themenmanager Datenökosysteme / Datenräume (m.forster@nds.de).

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