Ein Gruppenbild mit vielen Menschen.
27.02.2026 5 Min. Lesezeit
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Autonome und vernetzte Mobilität: Intensiver Austausch mit einer Delegation aus Tschechien  

Eine Delegation aus Tschechien hat Deutschland und insbesondere Niedersachsen besucht, um sich über Kompetenzen, den Stand der Entwicklung und Kooperationsmöglichkeiten im Bereich der autonomen und vernetzten Mobilität zu informieren. Mit-Organisiert wurde das dreitägige Programm mit insgesamt elf Treffen vom Fachbereich Mobilität von Niedersachsen.next, in enger Abstimmung mit Partnern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Verwaltung. 

Der Besuch kam auf Initiative von Erik Siegl, Botschaftsrat und Leiter der Handels- und Wirtschaftsabteilung der Botschaft der Tschechischen Republik in Berlin, zustande und wurde von unserem Themenmanager Mobilität Olexander Filevych inhaltlich begleitet. Die Delegation setzte sich aus Vertreter*innen von acht Unternehmen sowie führenden Expert*innen aus dem tschechischen Verkehrsministerium, der ITS@S (Czech Intelligent Transport Systems & Services) und der Industrie- und Handelskammer Karlsbad zusammen.

Tag 1: Empfang in Berlin – Anwendungen, Geschäftsmodelle und Technologietrends 

Zum Auftakt der Reise standen Gespräche mit Globalplayern wie AUMOVIO (ehem. Continental Automotive) und zum Volkswagenkonzern gehörigen, on-Demand Serviceanbieter MOIA auf dem Programm. So testet MOIA mit dem ID.BUZZ AD bereits automatisierte Shuttledienste in Hamburg, München oder Berlin und steht nach eigenen Angaben sehr nah vor einer L4-Serienstraßenzulassung – ein Meilenstein, der neue Chancen für urbane Mobilitätsangebote eröffnet. 

AUMOVIO verfolgt  mit dem AI Lab in Berlin einen starken Forschungsansatz im Bereich AI und Simulationsumgebung und erprobt mit Partnern wie AURORA in den USA sogenannte „Hardware as a Service“- bzw. „Driver as a Service“-Dienste. Dies sind interessante Geschäftsmodelle („pay per mile“), die insbesondere im Logistikbereich die Attraktivität autonomer Transportlösungen steigern können.  

Tag 2: Innovationskraft in der Region Hannover – Vernetzte Navigation, FTS/FTF-Systeme und autonomer Linienbus 

Am zweiten Tag erkundete die Delegation Unternehmen und Projekte in der Region Hannover: 

Graphmasters präsentierte seine NUNAV-Technologie für vernetztes, kollaboratives Routing. Insbesondere die Fähigkeit, anhand unterschiedlicher Kriterien einzelne Verkehrsteilnehmer dynamisch über verschiedene Routen zu verteilen, fand großes Interesse – ein Ansatz, der auch in tschechischen Städten Potenzial hat und sich von gängigen Angeboten von Google und Co. unterscheidet. Mehr Infos: Eine Welt ohne Staus? Ist möglich! – Niedersachsen.next Automotive Agentur

Beim Traditionsunternehmen Götting KG https://www.goetting.de/ konnten die Gäste live teleoperiertes Fahren erleben sowie einen autonom fahrenden Schlepper im Einsatz sehen. Die Firma gehört zu den weltweit führenden Anbietern von Datenfunksystemen und Sensoren für fahrerlose Transportfahrzeuge und -systeme.  

Den Tagesabschluss bildete die Testfahrt mit dem ersten in Deutschland für den L4-Erprobungsbetrieb zugelassenen autonomen Linienbus. Der Pilotbetrieb in Burgdorf – ein vom Bund gefördertes Projekt u. a. mit Beteiligung von Unternehmen wie ADASTEC, dem Bushersteller KARSAN und ÜSTRA AG – bot der Delegation handfeste Einblicke in die Zukunft des ÖPNV. (Mehr Infos) https://www.goetting.de/ 

Tag 3: Forschungsstärke in Braunschweig – DLR, NFF und Netzwerkpartner 

Der dritte und letzter Besuchstag widmete sich der Forschungslandschaft in Niedersachsen: 

Beim Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Braunschweig – Institut für Verkehrssystemtechnik erhielt die Gruppe Einblick in die Arbeit des DLR, in das bundesgeförderte Projekt IMoGer  (https://www.dlr.de/de/ki/forschung-transfer/projekte/imoger) sowie in das „Testfeld Niedersachsen“ https://www.dlr.de/de/ki/forschung-transfer/projekte/imoger. Besonders wertvoll war ein anschließendes Kooperations-Matching zu Programmen wie HORIZON Europe oder IraSME sowie eine Führung durch die Großforschungsanlagen vor Ort. 

Am Niedersächsischen Forschungszentrum Fahrzeugtechnik (NFF) wurden aktuelle Forschungsaktivitäten zu autonomem und vernetztem Fahren vorgestellt. Dabei ging es unter anderem um:  

  • Innovative Fahrzeugkonzepte für autonomes Fahren sowie VR-unterstützte Entwicklungsprozesse  
  • Smart-car-Konzepte zur Überwachung des Gesundheitszustandes des Fahrzeugführers 
  • Forschungsplattformen für autonomes Fahren in reellen Umgebungen (RAION). 

Abgerundet wurde das Programm mit dem Rundgang durch das Technikum. Vor allem das Forschungsfahrzeug RAION mit (Straßenzulassung für L4-(Fahrfunktion) im Rahmen einer Erprobungsgenehmigung beeindruckte die Teilnehmenden. Ergänzt wurde der Tag durch Präsentationen des Netzwerkpartner ITS mobility e.V. und der Hylinx GmbH, einem Partner für System-Engineering. 

Die intensiven Gespräche mit der Delegation verdeutlichten, wie weit Niedersachsen und Norddeutschland in der praktischen Umsetzung autonomer Mobilität bereits sind. 

„Niedersachsen ist ein idealer Partner“ 

„Der Besuch hat gezeigt, wie stark Niedersachsen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der autonomen und vernetzten Mobilität aufgestellt ist – von innovativen Start-ups über weltweit tätige Technologieunternehmen bis hin zu exzellenter Forschung. Wir freuen uns darauf, aus diesen Begegnungen konkrete Projekte und Forschungsvorhaben entstehen zu sehen. Niedersachsen ist und bleibt ein idealer Partner für Zukunftsmobilität.“ – Olexander Filevych, Themenmanager Mobilität, Niedersachsen.next  

Falls Sie Interesse haben, sich mit uns über das Thema smarte Mobilität zu sprechen oder Kooperationspartner für Ihre Projekte suchen, nehmen Sie gerne Kontakt zu uns auf: automotive@nds.de  

Fotocredits: Olexander Filevych

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