25 Jahre L3S und ein Grundstein für die Zukunft
Das L3S Forschungszentrum hat in der vergangenen Woche gleich zwei Highlights gefeiert: den ersten Spatenstich für die Zukunft und einen Blick auf 25 Jahre Forschungs- und Innovationsgeschichte. Mit der Grundsteinlegung für den Digital Innovation Campus (DIC) in Hannover und der Feier seines 25-jährigen Bestehens unterstrich das L3S eindrucksvoll seine Rolle als international sichtbares Zentrum für Künstliche Intelligenz, digitale Innovationen und Wissenstransfer.
Grundstein für die nächsten 25 Jahre
Am 14. September wurde in Hannover der Grundstein für den Digital Innovation Campus gelegt. Auf dem Gelände der Leibniz Universität Hannover soll bis Ende 2028 ein modernes Forschungs- und Transferzentrum für Künstliche Intelligenz (KI) und IT-Sicherheit entstehen. Dies wird künftig vom L3S gemeinsam mit dem CISPA Helmholtz-Zentrum für Informationssicherheit genutzt. Auf mehr als 4.000 Quadratmetern werden moderne Arbeits- und Begegnungsräume, digitale Lern- und Experimentierlabore sowie Flächen für interdisziplinäre Projekte und Ausgründungen geschaffen, um die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Wirtschaft weiter auszubauen und Innovationen schneller in die Anwendung zu bringen.
Die Gesamtkosten für das Projekt betragen rund 27,2 Millionen Euro. Das Land Niedersachsen beteiligt sich mit rund 21 Millionen Euro.
25 Jahre Forschung, Innovation und Transfer
Nur wenige Tage später kamen am 18. September im Schloss Herrenhausen Gäste aus Wissenschaft, Politik, Wirtschaft und zahlreiche Alumni zusammen, um das 25-jährige Bestehen des L3S zu feiern. Nach der Begrüßung durch den Geschäftsführenden Direktor Prof. Dr. Bodo Rosenhahn würdigten unter anderem Falko Mohrs, Niedersächsischer Minister für Wissenschaft und Kultur, Dr. Georg Schütte von der VolkswagenStiftung sowie Prof. Dr. Holger Blume, Präsident der Leibniz Universität Hannover, die Leistungen des Forschungszentrums in den vergangenen 25 Jahren. Zahlreiche langjährige Wegbegleiter*innen übermittelten zudem ihre Glückwünsche per Videobotschaft.
Gemeinsam mit dem Gründungsdirektor Prof. Dr. Wolfgang Nejdl blickte Rosenhahn auf die Entwicklung des Forschungszentrums zurück. Aus dem im Jahr 2001 gegründeten „Learning Lab Lower Saxony“ (L3S), das sich zunächst mit digitalen Technologien für die Hochschullehre beschäftigte, entwickelte sich eine international anerkannte Forschungseinrichtung.
Zukunftsthemen im Fokus
Neben dem Rückblick stand vor allem die Zukunft der KI im Mittelpunkt der Jubiläumsveranstaltung. Ein zentrales Thema war die Frage, unter welchen Bedingungen die KI Vertrauen verdient. Ehemalige L3S-Forscher*innen präsentierten ihre aktuellen Arbeiten zu vertrauenswürdigen KI-Systemen, politischen Verzerrungen in großen Sprachmodellen sowie Technologien zur Kennzeichnung KI-generierter Inhalte. Die Vorträge verdeutlichten die gesellschaftliche Relevanz von Transparenz, Nachvollziehbarkeit und verantwortungsvoller KI-Entwicklung.
Auch die Rahmenbedingungen für Innovation und KI-Forschung standen im Fokus. In verschiedenen Vorträgen und einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion diskutierten Expertinnen und Experten die Chancen europäischer KI-Forschung. Darüber hinaus ging es um die Bedeutung leistungsfähiger Forschungsinfrastrukturen sowie das Spannungsfeld zwischen Regulierung, Vertrauen und Wettbewerbsfähigkeit. Einigkeit bestand darüber, dass Europa seine wissenschaftlichen Stärken gezielt nutzen, Innovationen fördern und gleichzeitig Vertrauen in neue Technologien schaffen muss.
Ein Jubiläum mit Blick nach vorn
So verband die vergangene Woche für das L3S eindrucksvoll Geschichte und Zukunft: Während das Forschungszentrum sein 25-jähriges Bestehen feierte und auf seine erfolgreiche Entwicklung zurückblickte, leitet der Digital Innovation Campus den Beginn eines neuen Kapitels ein.